Der Wolf kommt, Knittel geht

Der Wolf kommt, Knittel geht

Von Hartmut Metz

Gernsbach/Enzklösterle - "Und wenn der Wolf kommt?" lautet die bange Frage der neuen Sonderausstellung, die gestern Nachmittag im Infozentrum Kaltenbronn eröffnet wurde. Weniger bang klang die Zukunftsaussicht auf die Frage: "Und wenn der Knittel geht?" Nach seinem Abschied als Bürgermeister der Stadt Gernsbach gab Dieter Knittel gestern auch das damit verbundene Amt des Vorsitzenden des Zweckverbands Infozentrum Kaltenbronn ab.

"Du siehst gut erholt aus!", freute sich sein Stellvertreter Klaus Mack im Rathaus in Enzklösterle beim Anblick des entspannt eintreffenden Verbandschefs. Ihn zierte ein legerer Vollbart - noch nicht so weiß und lang wie beim Nikolaus, doch bis dahin hat Knittel noch ein paar Tage Zeit. Der Bad Wildbader Bürgermeister Mack würdigte bei der öffentlichen Verbandsversammlung des Zweckverbands Infozentrum Kaltenbronn die Verdienste des Gernsbachers. Knittel habe vor zehn Jahren "das Projekt maßgeblich geschaffen" und dafür gesorgt, dass das Infozentrum "überregional Bedeutung erlangte und dies so bleiben wird". Der Gepriesene freute sich über die "Erfolgsgeschichte, die unheimlich viel Spaß machte".

Die sechs weiteren Punkte der Tagesordnung der Verbandsversammlung gingen in Enzklösterle schneller über die Bühne als die Laudatio. Julian Christ rückte als Verbandsvorsitzender nach. Der neue Gernsbacher Bürgermeister wurde einstimmig für die Restdauer der normalerweise fünfjährigen Amtszeit (bis 14. Februar 2021) gewählt.

Die Finanzen des Infozentrums bleiben nach dem "spannenden Jubiläumsjahr mit zahllosen Aktionen", wie Infozentrumsleiterin Kristina Schreier befand, angespannt. Zum einen durfte das Plenum gestern nur 250 Euro an Spenden der rund 5500 Besucher annehmen, zum anderen mangelt es an Sponsoren. "Eine höhere Zahl wäre wünschenswert", sagte Gernsbachs Kämmerer Benedikt Lang bei der Vorstellung des Rechenschaftsberichts 2016 und der Präsentation des Haushaltsplans 2018. Am ehesten fänden sich Geldgeber für Sonderausstellungen wie die jetzt anlaufende zum Thema Wolf.

Immerhin stabil blieben die Einnahmen durch Eintrittsgelder. Hier erwartet Lang 2018 20000 Euro statt der heuer im Jubiläumsjahr verbuchten 21118 Euro. Schreier betonte bei ihrem Jahresbericht, dass nach "eigenen Strichlisten" fast 20000 Menschen das Haus auf dem Kaltenbronn besuchten, um sich touristisches Material zu beschaffen. Auch deshalb sei der Standort wichtig für die Region.

Finanziell ist die Lage "spitz auf spitz", ordnete Fachmann Lang ein. Da der Vermögenshaushalt 2016 mit einem Minus von rund 18600 Euro abschloss, wurden dem Vermögenshaushalt die letzten 2400 Euro entnommen. Rote Zahlen können so künftig nicht mehr ausgeglichen werden. Lang plant deshalb beim neuen Haushaltsplan für 2018 eine von 65000 auf 74900 Euro erhöhte Umlage der drei beteiligten Gemeinden. Dies bedeutet anteilige Kosten von je 31458 Euro für die Städte Gernsbach und Bad Wildbad sowie 11984 Euro für Enzklösterle. Bei weiteren Einnahmeausfällen beziehungsweise höheren Kosten muss das Trio die Beträge ebenfalls ausgleichen. "Wir fahren auf Sicht", unterstrich Lang ungeachtet des "herausragenden Jubiläumsjahres", das Mack am Ende der Sitzung noch einmal hervorhob.

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