Brückenarbeiten im Doppelpack

Brückenarbeiten im Doppelpack

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Arbeiten unter freiem Himmel sind bei der Hitzewelle kein Zuckerschlecken. Muskelkraft ist trotz vieler Maschinen gefragt. Und der Flüssigkeitsverlust soll ausgeglichen werden. Unter anderem existiert am Ortseingang von Hörden eine Baustelle. Dort wird die Brücke über den Laufbach erneuert, ein Teil saniert. Fünf Arbeiter sind im Einsatz. Die Baufirma Grötz stellt ihren Mitarbeitern bei den hohen Temperaturen täglich zwei Kisten Mineralwasser zur Verfügung.

Es ist eine recht komplizierte Baustelle in der Landstraße am Ortseingang aus Richtung Gernsbach. Die Eisenbahnlinie und die Fahrbahn führen über den Laufbach. Es handelt sich um insgesamt drei Brücken, wie der Bauleiter vor Ort erklärt. Über eine verläuft das Bahngleis. Und an dieser Brücke sind offenbar keine Arbeiten notwendig. Anders sieht das bei den beiden anderen Brücken aus. Die direkt an die Bahnlinie angrenzende Brücke stammt aus dem Jahr 1898. Mit Sanieren ist es dort nichts. Dieses Bauwerk, auf dem sich der Straßenteil in Fahrtrichtung Hörden befindet, muss erneuert werden.

Zunächst werden vier Bohrpfähle gesetzt. Anschließend geht es an den Abbruch der alten Brücke und den Aushub. Für die Pfahlkopffundamente werden die Bohrköpfe verwendet, die praktisch das Brückenwiderlager darstellen. Gleich zu Beginn der Arbeiten gab es für die Arbeiter eine Überraschung. Die Kabel der Telekom, die sich dort im Untergrund befinden, liegen nicht, wie zunächst angenommen, etwa in der Mitte der Fahrbahn, sondern am Straßenrand in Richtung Bahnlinie. Folglich musste die Planung dementsprechend geändert werden. Die Kabel bleiben bestehen. Die Hördener werden somit nicht vom Telefon und von der EDV abgehängt, so der Bauleiter.

Anschließend geht es an die neuere Brücke (Fahrtrichtung Gernsbach, Baujahr 1955). Im Zuge der Sanierung wird der Asphalt abgetragen, die Brücke saniert und anschließend neuer Asphalt aufgetragen. Die Arbeiten, mit denen Ende Juli begonnen wurde, werden nach der aktuellen Planung voraussichtlich drei Monate dauern. So lange ist auch die Hördener Landstraße zwischen Ortseingang und Weinauer Straße gesperrt. Die Umleitung erfolgt innerörtlich über die Kanalstraße, überörtlich über die B462. Zu größeren Behinderungen soll es auf der Umleitungsstrecke bislang nicht gekommen sein, betont der Bauleiter.

Brücke ist gerade mal fünf Meter lang

Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden auf fast 300000 Euro geschätzt. Die Brücke ist etwa fünf Meter lang. Da es sich um eine Kreisstraße (K3767) handelt, ist der Landkreis zuständig. Die letzte Hauptprüfung, bei der die Brücke genauer untersucht worden ist, fand 2013 statt und ergab die Zustandsnote 3,7 (auf einer Bewertungsskala von 1,0 bis 4,0). "Diese Zustandsnote bezeichnet einen ungenügenden Zustand des Bauwerkes und bedeutet, dass eine umgehende Instandsetzung beziehungsweise Erneuerung erforderlich ist", erläutert das Landratsamt. Insbesondere weise die Brücke Schäden im Bereich der Überbaukonstruktion, des Fahrbahnbelags, der Fahrbahnabdichtung, des Geländers sowie der Gehwegkappen auf. Somit sei die Standsicherheit beeinträchtigt und seine Dauerhaftigkeit nicht mehr gegeben.

Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten müssen auch Anpassungen an den angrenzenden Straßen und Gehwegbereichen vorgenommen werden.

Für die Instandsetzung wurde beim Regierungspräsidium Karlsruhe ein Antrag auf Förderung im Rahmen des kommunalen Sanierungsfonds für Brücken eingereicht. Die Verwaltung rechnet mit einer Förderung in Höhe von etwa 100000 Euro. Der Eigenanteil des Landkreises beträgt damit rund 183000 Euro. Das Projekt ist in dem am 15. Juni veröffentlichten Brückensanierungsprogramm für 2018 enthalten.

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