"Sehr gelungenes" Siegel verbindet

Pfarrgemeinderats-Mitglied Annette Spissinger hat die Siegel-Wünsche von Pfarrer Thomas Holler gekonnt umgesetzt. Vogt

Von Katharina Vogt

Forbach/Weisenbach - Wenn man seinen Wohnsitz wechselt, bekommt man am neuen Wohnsitz auf den alten Personalausweis einen Kleber mit neuer Adresse und darauf drückt der freundliche Mitarbeiter im Bürgerbüro am neuen Wohnsitz einen Stempel - das Gemeindesiegel.

Braucht man eine beglaubigte Kopie eines Zeugnisses, eine Heiratsurkunde, eine Geburts- und Todesbescheinigung, findet sich auch darauf ein Siegel. Bei Behördengängen ein ganz normaler, fast alltäglicher Vorgang. Aber auch Kirchen- und Pfarrgemeinden führen Siegel - im Alltag sieht man sie allerdings selten. Aber nachdem in den letzten Jahren durch die Zusammenlegung von immer mehr Pfarrgemeinden viele Seelsorgeeinheiten entstanden sind, ging das BT in der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach der Frage nach, ob mit der Fusion auch ein neues Siegel notwendig geworden war.

Die Antwort ist nicht ganz einfach: ja und nein - denn in den seitherigen Pfarrgemeinden bleiben die alten Siegel bestehen, aber trotzdem wurde für die Seelsorgeeinheit, die neue Kirchengemeinde, ein gemeinsames Siegel notwendig. Das liege darin begründet, erklärt Pfarrer Thomas Holler, dass die Kirche sowohl nach öffentlichem, also staatlichen Recht arbeitet, aber in anderen Bereichen nach Kirchenrecht. Die Unterscheidung ist dabei ganz einfach: Typische Beispiele für kirchliches Recht sind eine Taufe oder Trauung, ein sogenanntes Sakrament, das man in seiner Heimatkirche gespendet bekommt. Für diese Urkunden wird weiterhin das alte Siegel der Pfarrgemeinde verwendet. In der heutigen Seelsorgeeinheit sind das vier Siegel, auf denen jeweils der Schutzpatron der Pfarrkirchen Bermersbach, Forbach, Langenbrand und Weisenbach zu sehen ist.

Nimmt die Seelsorgeeinheit allerdings Aufgaben wahr, die unter öffentliches Recht fallen, etwa als Arbeitgeber oder wenn Bauvorschriften eingehalten werden müssen, dann wird für entsprechende Vorgänge das neue gemeinsame Siegel der Seelsorgeeinheit eingesetzt, also das der römisch-katholischen Kirchengemeinde Forbach-Weisenbach. Als die Seelsorgeeinheit entstand, kam daher auch schnell die Frage auf, wie das Siegel gestaltet wird? "Alle Pfarrgemeinden sollten gleichberechtigt in dem Siegel erscheinen. Zudem sollte es ausstrahlen, dass wir alle durch den Glauben zusammengehören", erklärt Pfarrer Holler. Angesichts eines winzigen Kreises von gerade einmal 3,5 Zentimetern Durchmesser eine Herkules-Aufgabe ...

Annette Spissinger, die vor der Familienpause in einer EDV-Grafikabteilung gearbeitet hatte und dem gemeinsamen Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit seit 2015 angehört, nahm sich dieser Frage intensiv an. Ihr Grundgedanke war, die Wurzeln grafisch umzusetzen: "Es gibt sechs Kirchen in der Seelsorgeeinheit und vier ehemals selbstständige Pfarreien", erklärt die 48-Jährige das Zahlenspiel, das die Grundlage für ihren Siegelentwurf bildete, den sie gemeinsam mit Medienprofi Peter Finkbeiner aus Forbach umgesetzt hat: "Sechs Rechtecke symbolisieren die sechs Kirchen." Diese Rechtecke sind wie das lateinische Kreuz angeordnet: "Sie besagen, dass der Glaube an den Gekreuzigten und Auferstandenen im Mittelpunkt unserer Seelsorgeeinheit stehen soll und nicht nur die organisatorische Verbindung", begründet Pfarrer Holler.

Auf dem Siegel sind außerdem vier Schrägbalken gut erkennbar. Für Annette Spissinger das Symbol für die vier Kirchengemeinden. "Aber auch, dass die Gemeinden beim Zugehen auf die Mitte ihres Glaubens auch aufeinander zugehen", interpretiert Pfarrer Holler weiter, denn diese Erfahrung habe man in den vergangenen drei Jahren bei vielen gemeinsamen Veranstaltungen immer wieder in der ganzen Seelsorgeeinheit gemacht.

Das kreisrunde Siegel wird von einem Ring umrahmt - und auch dieser Rahmen hat eine eigene Symbolik: "Der steht für die innere und äußere Einheit der Seelsorgeeinheit", erklärt Spissinger. Die Pfarrgemeinderätin freut sich sehr, dass vom Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg das neue Siegel als "sehr gelungen" bewertet wurde. Im Gegensatz zu den alten Siegeln der Kirchengemeinden ist das neue auf der Bildebene sehr klar, deutlich und prägnant und fügt sich somit auch gut in das Gründungsleitwort der Seelsorgeeinheit "Sechs Kirchen, vier Gemeinden, eine Einheit" ein.

Das Logo hat sich zwischenzeitlich so gut bewährt, dass das Kreuz, das die sechs Kirchen St. Antonius, St. Johannes, St. Valentin, St. Wendelinus und die Filialkirchen Maria Königin, Sel. Bernhard symbolisiert, auch als Grundlage für das Logo der Gemeindemission im November dient.

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