"Wir wollen die Wurzeln nicht vergessen"

Milenko Vukovic (von links), Tanja und Zoran Cvetkovic, Nedjo Trifunovic, Dusko Cojanovic und Srdjan Babickov bei einer Runde Billard in ihrem Vereinsheim. Foto: Mandic

Gaggenau (tom) - Vor fünf Jahrzehnten, genau am 12. Oktober 1968, wurde das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Jugoslawien unterzeichnet. Seither haben sich die Bevölkerungsgruppen aus der ehemaligen Balkan-Republik zu einem wesentlichen gesellschaftlichen Faktor der Bundesrepublik entwickelt. In dieser Tradition steht der Serbische Kulturverein "Sveti Sava".

Titos Jugoslawien, es ist längst untergegangen, die Geschehnisse in den 1990er Jahren, sie haben auch das Clubleben verändert. Der Club, der sich heute im ehemaligen Schulhaus in Ottenau trifft, ist der Club der Serbischstämmigen. Kroaten oder Muslime haben zwischenzeitlich ihr eigenes Vereinsleben etabliert.

Hinzu kommt der Generationswechsel im Verein selbst. Denn viele der ersten Gastarbeiter-Generation sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, berichtet Nedjo Trifunovic, der Vorsitzende. Nun will man neu durchstarten.

Auf dem Gaggenauer Maimarkt habe man bereits erfolgreich Präsenz gezeigt. Weitere Angebote - natürlich mit Zielrichtung auf die Zielgruppe - ergänzen das Vereinsleben.

Mit einer neuen und soliden finanziellen Basis soll der Weg in eine erfolgreiche Vereinszukunft gelingen. Die rund 40 Mitglieder des Clubs, insbesondere die jungen, verstehen sich als bestens in Gaggenau integriert, aber "die Verbindung zur Heimat wollen wir nicht verlieren, die Wurzeln nicht vergessen", sagen sie. "Nicht nur Cevapcici!", betonen die Mitglieder sei es, was Serbien so besonders mache. Die kyrillische Schrift sei auch etwas, auf das man stolz sein dürfe, sagt Tanja Cvetkovic. Aber wie kann man das mitteilen, wie kann man sich dafür begeistern? "Da muss man nach Serbien gehen: Landschaft, Mentalität, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft erleben", erläutert Dusko Cojanovic.

Jede serbische Familie hat einen Schutzpatron

Die serbisch-orthodoxe Konfession spielt eine große Rolle nicht nur in religiöser Hinsicht, sondern auch in nationaler. Jede serbische Familie hat einen Schutzpatron, berichten die Vereinsmitglieder. Der Club selbst hat zwei. Und diese Patroziniumstage werden jedes Jahr groß gefeiert. Da wird gegessen und gefeiert, der Schutzpatron geehrt. "Das gehört zum Wichtigsten in jeder Familie. Da ist die Tür auf für jeden an diesem Tag." Die Bedeutung reicht über das "Festeln" hinaus. Weil die "Slava" so typisch serbisch sei, solle sie Weltkulturerbe werden. Wünschenswert sei auch, dass die serbisch-orthodoxe Kirche in Deutschland als Kirche anerkannt werde. Bislang sei sie lediglich als Verein eingetragen.

zurück