Kleine Wartung, großer Aufwand

Kleine Wartung, großer Aufwand

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Das Becken im Hallenbad ist leer. Normalerweise befinden sich darin etwa 600 Kubikmeter Wasser - Schwimmer ziehen ihre Bahnen. Doch aktuell stehen verschiedene Arbeiten an. Es ist die "kleine Wartung", wie Manfred Schnaible von der städtischen Bauverwaltung und zuständig für die Bäder, erklärt. Am 3. September wird das Murgana wieder seine Pforten öffnen.

Und trotz der hohen Temperaturen in den Sommermonaten kamen vor der Sommerpause, die Ende Juli begann, Badegäste in die Freizeiteinrichtung in der Innenstadt. Am Mittwoch, dem Warmbadetag, waren es etwa 150 Besucher, betont Schnaible. Das sind zwar deutlich weniger als jene bis zu 300, die in der kälteren Jahreszeit mittwochs das Drehkreuz passieren, aber dennoch eine ordentliche Anzahl. An den anderen Werktagen sind es im Sommer etwa 60 bis 80 Gäste täglich, zu anderen (hallenbadtypischen) Jahreszeiten rund 150. "Die Gäste im Sommer wollen ihre Bahnen schwimmen und kommunizieren. Beliebt sind auch Wassergymnastik und Babyschwimmen", erklärt Schnaible. Sie begrüßen die Ruhe im Hallenbad. Im Vergleich dazu "ist im Freibad die Hölle los", bemerkt der Bäderexperte.

Damit dies auch nach den Sommerferien wieder möglich sein wird, werden die in der Sommerpause üblichen Wartungsarbeiten ausgeführt. Bei der Wasseraufbereitung werden das System geleert, Behälter gereinigt und größere Mengen Filtermaterial ausgetauscht. "Einen größeren Part stellt die Reinigung dar", unterstreicht Schnaible. Darunter fallen Dinge, die im Alltagsbetrieb nicht erledigt werden können - zum Beispiel die gründliche Reinigung der Kleiderschränke und auch das Saubermachen auf den Garderobeschränken. Zum Arbeitsprogramm gehört zudem die Erneuerung von verschiedenen Dehnfugen. Überprüft wird auch, ob alle Lampen funktionieren. Bei Bedarf werden Leuchtkörper erneuert.

Ein "leidiges Thema" sind nach Angaben von Manfred Schnaible die Duschköpfe. Wegen des kalkhaltigen Wassers sind sie immer wieder verkalkt - einer der Hauptbeschwerdegründe für Besucher. Regelmäßig werden sie ausgetauscht und gründlich gereinigt.

Mitarbeiter der Stadtwerke warten derweil das Blockheizkraftwerk, das sich neben der technischen Einrichtung im Gebäude des Murganabads befindet. Gespült werden während der Sommerpause auch die Wasser- und Abwasserleitungen.

Hochdruckstrahler im Einsatz

Mit den Reinigungsarbeiten ist eine Fremdfirma beauftragt worden. In der großen Halle werden die Kacheln von der Decke bis zum Grund des Beckens mit Hochdruckstrahler von Schmutz und Dreck befreit. Um auch in die höheren Bereiche zu gelangen, ist ein Hubsteiger im Einsatz. Die Reinigung dauert laut Schnaible rund 14 Tage. Einem ungetrübten Badespaß ab 3. September stehe also nichts entgegen.

Im vergangenen Jahr feierte das Murgana sein 50-jähriges Bestehen. Eröffnet wurde es 1967 als reines Sportschwimmbad mit einer medizinischen Bäderabteilung. Nach einigen Sanierungs-, Renovierungs- und Umbauarbeiten (die größte Sanierungsaktion im Jahr 2002 verschlang 2,3 Millionen Euro) bietet das Murganabad heute unter anderem ein Spielbecken für Kinder und einen Spielbereich mit kleinen Wasseraktionen. Für die erwachsenen Gäste stehen Ruheräume zur Erholung, ein Bewegungs- und Massagebecken sowie ein Fitnessraum zur Verfügung.

Wie es mit dem Hallenbad weitergeht, ist offen. Zwar ist der Bestand für die nächsten Jahre gesichert. Aber dann stellt sich die Frage: Sanierung oder Neubau an gleicher Stelle oder ein Neubau woanders in der Stadt? Im Gespräch waren unter anderem Flächen beim Traischbachstadion oder im Traischbachtal, in der Innenstadt zwischen Luisenstraße und Hildastraße, am Stadteingang West (ehemaliges Freibad Bad Rotenfels) und beim Schulzentrum Dachgrub. Fragen, für die der Gemeinderat eine Lösung finden muss.

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