Hunderte Arbeitsstunden für das Dorffest

Die freiwilligen Helfer errichten eine Bude nach der anderen für das Fest dieses Wochenende. Auch Ortsvorsteher Franz Kowaschik (zweiter von links) packt mit an.  Foto: Köhler

Von André Köhler

Gaggenau - Die zarten Anfänge im Jahre 1974 sind kaum mit heute zu vergleichen: Das Michelbacher Dorffest hat sich mittlerweile zu einem Anziehungspunkt für die ganze Region entwickelt - es treffen sowohl Groß und Klein als auch Unterhaltung und regionale Tradition aufeinander. Die Aufbauarbeiten für dieses Wochenende laufen seit Tagen auf Hochtouren. Heute Abend startet das Spektakel mit einem Warm-up.

"Mehr Platz gibt's nicht", heißt es von den Arbeitern, die seit Mittwoch mit dem Aufbau der Festbuden der zahlreich vertretenen Vereine beschäftigt sind, als sich noch ein paar Autos durch die für den Verkehr bereits gesperrte Bernsteinstraße zwängen. Auch der Michelbacher Ortsvorsteher Franz Kowaschik packt mit an und hilft dabei, die "Holzhäusle" der Aussteller und Verkäufer zu errichten. Kaum beziffern könne er die Summe der Arbeitsstunden, welche die vielen Ehrenamtlichen in den Aufbau stecken, es müssten aber mehrere hundert sein.

Der Aufbau je Standbetreiber dauert rund eineinhalb Tage und beinhalte noch nicht die Vorbereitungen und den Abbau, erläutern die anderen Helfer. Trotz dieser Größenordnung sei bisher "alles glatt gelaufen", berichtet der Ortsvorsteher.

Auch die Stadt Gaggenau greift den Michelbachern bei ihrem Dorffest, bei dem Fixkosten von rund 10000 Euro entstünden, unter die Arme, erklärt Kowaschik. Die Stadt bezuschusse das traditionsreiche Fest mit einem Betrag von 5000 Euro, von dem die Leistungen des Baubetriebshofs noch abgezogen würden. Daher lohne es sich für die Ehrenamtlichen, viele der anstehenden Arbeiten selbst zu verrichten, damit sie "von dem Geld noch etwas haben", betont der Ortsvorsteher.

Auch komme ein Teil der Erlöse des Dorffests sozialen Zwecken zugute: Rund 40 Patenschaften - sei es für das Blumengießen oder das Pflegen von Pflanzenflächen - sollen mit kleinen Weihnachtspräsenten gewürdigt werden.

Akku-Lampen als Festbeleuchtung

Die Holzwände für eine weitere Hütte werden zentimetergenau zusammengefügt, nur unterbrochen von Traktoren und einzelnen Autos, die sich noch an den Arbeitern in der Bernsteinstraße vorbeizwängen - auch das ist Zentimeterarbeit. Währenddessen informiert der Ortsvorsteher im BT-Gespräch über die neue Festbeleuchtung für dieses Jahr. Die Idee, die Fachwerkhäuser und den Michelbach stimmungsvoll für das Fest zu erhellen, ist nicht neu und soll es früher schon einmal gegeben haben. Jetzt habe man sich darauf aber "wieder besonnen". Mittlerweile setzen die Helfer vor allem auf Akku-Lampen. Größtenteils könnten keine Stromleitungen verlegt werden, erläutert Kowaschik.

Für das vielfältige Unterhaltungsprogramm ist bereits vorgesorgt. Die Sparkassenbühne in der Nähe des Rathauses ist seit vergangenem Wochenende aufgebaut. Dazu haben vor allem die Zimmermänner und Schreiner des Freizeitclubs "Ranch" ihren Beitrag geleistet, erzählt Kowaschik.

Die An- und Abreise der Besucher für das Fest zu organisieren, das ist der Erfahrung nach eine besondere Herausforderung. "Die Parkplatzsituation ist immer ein Problem", sagt der Ortsvorsteher. Es bestehen zwar Parkmöglichkeiten (unter anderem bei der Wiesentalhalle, der Dreschhalle, am Friedhof sowie im Ort), den Besuchern empfehlen die Organisatoren trotzdem, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

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