Nachtwächter wieder in Aktion

Die Nachtwächter von Michelbach gehen mit Utensilien von den Volksschauspielen auf Tour. Foto: Dorffestteam

Gaggenau (red) - Schon 1836 hat man in der Gemeinde Michelbach die Nachtzeit von 21 bis 4 Uhr mit dem Nachtwächter bewacht. Damals wurde an bestimmten Plätzen gerufen und jeden Abend musste um 21.45 Uhr ein Zeichen auf der großen Kirchenglocke geläutet werden. Im Zuge der Einführung der Stromversorgung im Jahr 1919 und der Elektrifizierung der Straßenbeleuchtung wurde das Nachtwächteramt in Michelbach überflüssig. 1926 erfolgte der Abbruch der beiden Wachthäuschen beziehungsweise Wachstuben, die in der Bernsteinstraße 25 und 31 standen. Der letzte Nachtwächter war laut Ortschronik Josef Heberle (2. Schütz).

Später wurde der alte Brauch wieder eingeführt, als die Nachtwächter Walter Hirth, Ferdinand Schiebenes und Richard Kraft seit 1978 bei verschiedenen Dorffesten und weiteren Anlässen auftraten. Sie waren bis 2006 mit dem besonderen Nachtwächterlied im Einsatz und besuchten die verschiedenen Festbuden.

Im Dorffestteam wurde über die Vergangenheit und das Brauchtum sehr viel diskutiert. Man wollte diese alte und beliebte Tradition wieder zum Leben erwecken. Nach zahlreichen Telefonaten und Gesprächen gelang es Organisator Manfred Vogt, das Trio Erich Rid, Wittlof Rieger, Martin Büchler zu gewinnen. Sie werden beim Dorffest an diesem Wochenende als Nachtwächter auftreten. Bei Walter Hirth und Erich Rid wurde intensiv geprobt, bis die Stimmlage für den Bass und Tenor passte. Die Generalprobe am Donnerstag am Lindenbrunnen in den historischen Kostümen aus dem Fundus der Volksschauspiele Ötigheim und der Hellebarde von Roland Bittmann fand bereits großen Anklang und Beifall, schreibt das Dorffestteam.

Die Nachtwächter werden heute beim Sternmarsch, morgen beim Festzug sowie am Dorffestsamstag ab 22 Uhr durch die Festmeile laufen und an verschiedenen Standorten auftreten, heißt es in der Ankündigung.

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