Kleiner Vorgeschmack auf Großbaustelle

Untersucht wird, in welcher Tiefe der Abwasserkanal im Bereich Sulzbacher Straße/Hauptstraße liegt.  Foto: Jahn

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Verkehrsteilnehmer ab Oktober erwartet, gibt es seit Montag im Bereich der Kreuzung Hauptstraße/Sulzbacher Straße. Im Vorfeld der Arbeiten zum Bau eines Regenüberlaufbeckens bei der Lkw-Leitstelle von Daimler erfolgen derzeit Aufgrabungen in Höhe der Hauptstraße 163. Aus diesem Grund ist im Baustellenbereich nur eine einspurige Verkehrsführung in Fahrtrichtung Hörden möglich.

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass diese Baumaßnahme notwendig sei, um die Tiefenlage des vorhandenen Leitungsnetzes zu erkunden. Konkret geht es um den Abwasserkanal, der sich dort im Untergrund befindet. Die existierenden alten Pläne sind ungenau. So ist nicht bekannt, wie tief der Kanal in der Straße liegt. "Zumindest haben wir bis jetzt keine anderen Leitungen entdeckt", sagt ein Bauarbeiter. Ob der Kanal sich nun in drei, vier oder fünf Meter Tiefe befindet, soll mittels der Erkundungsbohrungen festgestellt werden.

Die Stadtverwaltung hat eine einwöchige lokal begrenzte Sperrung einer Fahrspur der Hauptstraße angekündigt. Die von Hörden kommenden Verkehrsteilnehmer werden über die Beethovenstraße umgeleitet. Vielleicht heißt es schon heute wieder "freie Fahrt". Stand gestern könnte vielleicht die genaue Tiefe des Kanals bereits ermittelt worden sein. Dann würde die Baugrube wieder geschlossen.

Die Großbaustelle für das Regenüberlaufbecken wird nach derzeitiger Planung im Oktober eingerichtet. Dann sind verschiedene Sperrungen erforderlich. Im Juli war dieses Thema vom Gaggenauer Gemeinderat erörtert worden. Die Räte hatten Oberbürgermeister Christof Florus ermächtigt, nach Abschluss der Prüfung die Arbeiten zu vergeben. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro. Neben der Problematik der alten Pläne müsse im Untergrund mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gerechnet werden. Das könnte auch zu Verzögerungen führen.

Das neue Regenüberlaufbecken wird in Form eines Stauraumkanals gebaut. Dazu werden zwei Regenüberläufe umgebaut. Ein Regenüberlauf wird stillgelegt. Insgesamt werden über 60 Meter Kanalrohre verlegt, davon gut 50 Meter mit einem Innendurchmesser von 1,60 Meter. Hinzu kommt ein sogenanntes "Drosselbauwerk" zur Regulierung der Abflussmengen.

Die Arbeiten werden in drei Teilabschnitten zu jeweils rund zwei Monaten realisiert. In der überwiegenden Zeit können Teile des Straßenverkehrs an der Baustelle vorbeifließen. Zeitweise wird aber eine vierwöchige Vollsperrung der gesamten Kreuzung erforderlich, weil hier die gesamte oberste Fahrbahndecke in Zusammenarbeit mit dem Landkreis erneuert werden soll. Die dort beginnende Ebersteinstraße ist eine Kreisstraße, die K3704.

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