Kerngesunde, gut ausgereifte und sehr schmackhafte Trauben

Kerngesunde, gut ausgereifte und sehr schmackhafte Trauben

Von Stephan Juch

Gernsbach - Jürgen Decker und Urban Jung sind optimistisch, "dass es den besten Jahrgang gibt, den wir je hatten auf Schloss Eberstein. Die Grundlage ist da." Der Inhaber des gleichnamigen Weinguts und sein Kellermeister haben ihre Lesemannschaft schon am 28. August einbestellt - deutlich früher als sonst. Seither sind die 20 Leute dabei, die Trauben zu ernten, die einen besonders edlen Tropfen versprechen. "Uns macht es dieses Jahr so richtig Spaß, denn wir erfreuen uns über kerngesunde, gut ausgereifte und sehr schmackhafte Trauben", erklärt Decker: Selbst wenn es noch einen Wetterumschwung geben sollte, "kann nicht mehr viel passieren".

Als erstes ging es an die Spätburgunder-Premiumlagen, "die Filetstücke am Schloss". Es folgte die Weißweinsorte Sauvignon Blanc. Beides ist bereits abgeerntet. Seit gestern sind die Mitarbeiter mit den Trauben für den Weißburgunder (Basis-Qualität) beschäftigt, ab nächste Woche kommt der Riesling dran und zu guter Letzt die Rebsorte Merlot. "Wir können vollreifes, exzellentes Traubenmaterial einlagern. Die traditionelle Maischegärung läuft gut an", betont Decker, der die ersten Rebstöcke an den Hängen von Schloss Eberstein im Jahr 2002 gesetzt hat.

"Wir ernten im Moment mehr Trauben, weil sie in einem Top-Zustand sind", bestätigt Urban Jung und verweist auf "eine relativ einfache Weinlese". Die Saisonkräfte, die überwiegend aus Rumänien und Polen kommen, haben es wegen des extrem trockenen Sommers heuer kaum mit faulen Trauben zu tun. Deshalb entfällt die oft zeitaufwendige Sortiererei. Von daher geht der Önologe auch davon aus, dass man die sonst rund fünf Wochen dauernde Weinlese dieses Jahr schneller beenden kann.

Leider noch nicht schneller geworden ist allerdings der Weg zur Verarbeitung. Dafür pendeln Decker und Jung zwischen Obertsrot und Renchen. Das Weingut Schloss Eberstein möchte seine Kellerwirtschaft unbedingt von der Ortenau ins Murgtal verlagern - an den Platz bei der Stadtbahnhaltestelle Obertsrot. Entsprechende Verhandlungen ziehen sich aber in die Länge. Zuletzt haben Bürgermeister Julian Christ und Stadtbaumeister Jürgen Zimmerlin allerdings Druck gemacht, lobt Decker. Er hofft darauf, dieses Grundstück, das aktuell noch von der Albtal-Verkehrsgesellschaft genutzt wird, zu bekommen, um dann alles vor Ort zu haben und expandieren zu können. Pläne für eine größere Vinothek und eine Marktscheune schmiedet das Weingut schon lange.

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