"Zutiefst fragwürdig"

'Zutiefst fragwürdig'

Gaggenau/Berlin (red) - In die Debatte um die geplante Teststrecke ("eWayBW") für Oberleitungs-Lkw hat sich nun der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung (Karlsruhe-Land) eingeschaltet. Der Betreuungsabgeordnete der Liberalen für den Landkreis Rastatt und Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags sieht die Oberleitungs-Teststrecke sehr kritisch. "Ich verstehe, dass Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) die Teststrecke als sein Baby ansieht, da er in seinem Inneren schon immer den Traum hatte, einen langen Oberleitungs-Lkw-Highway von Hamburg nach Süddeutschland zu bauen, was er bei jeder Gelegenheit betont", wird Jung in einer Pressemitteilung zitiert.

Für den FDP-Verkehrspolitiker ist das Murgtal zwischen Kuppenheim und Obertsrot jedoch nur bedingt für die Teststrecke geeignet. "Dafür gibt es - wie auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt geplant - bessere Strecken, die die Bevölkerung sowie vor allem die Pendler und mittelständischen Betriebe nicht in ihrer Lebensqualität einschränken. Ich gehe eher davon aus, dass es in den kommenden Jahren für Kurz- und Mittelstrecken elektrische Lkw oder auch Lösungen mit Wasserstoff geben wird, für Langstrecken brauchen wir weiter den Diesel und keine Oberleitungs-Lkw, was bei Unfällen zu einem kompletten Chaos führen würde."

Für die B462-Teststrecke spreche nur, dass man als beteiligte Unternehmen dafür hohe Fördermittel bekomme, meint der FDP-Bundestagsabgeordnete. Es sei "unredlich", wenn Vertreter des Verkehrsministeriums wie am vergangenen Donnerstag in Gaggenau geschehen, die Teststrecke in direkten Zusammenhang mit Klimaschutzzielen brächten, um kritische Bürger umzustimmen. Daimler selbst habe seinen Entwicklungs-Schwerpunkt bei der Weiterentwicklung von schon existierenden Motoren auch bei Batterie betriebenen Lkw. "Diese werden dann auf der Strecke ohne Oberleitung fahren. Dafür reicht das Testgelände auf dem Daimler-Werk in Wörth, dafür brauchen wir nicht das Murgtal!" Falls die Teststrecke in Betrieb gehe, würden die Freien Demokraten diese kritisch begleiten und sich für einen Abbau nach 2023 einsetzen.

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