Virtuelle Tafeln beschleunigen die Physik

Physik-Lehrer Georg Thome (links) und Rektor Stefan Beil freuen sich über die bahnbrechenden digitalen Tafeln. Metz

Von Hartmut Metz

Gernsbach - Mit Schwung zieht Georg Thome einen Pfeil auf dem riesigen Monitor auf. Deutlich gebannter als bisher blicken die Schüler in Physik - nicht gerade jedermanns Lieblingsfach - nach vorne zu ihrem Lehrer auf die virtuelle Tafel. Die Digitalisierung hat am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) in Gernsbach Fahrt aufgenommen. Schulleiter Stefan Beil freut sich über die "digitalen Tafeln und die progressive Technik mit Touchscreen".

Der Umbau der Physik-Räume hatte bereits in den zwei letzten Schulwochen vor den Sommerferien begonnen. "Das aktuelle Jahresthema lautet bei uns Digitalisierung", unterstreicht der Rektor die neuen Bemühungen, sich dem Ruf der großen Politik und der Industrie anzupassen - und nicht zu vergessen der Schüler. Diese werden "zunehmend technikaffiner", verweist Beil auf die exorbitante Zunahme an Smartphones unter seinen Schützlingen. Dank dieses "riesigen Feldes" erhofft er sich wie alle Naturwissenschaftler wachsendes Interesse der Schüler. "Die neue Technik besitzt große Attraktivität bei den Schülern - und wir wollen diese Euphorie nutzen", sieht der ASG-Chef mehr die Chancen der jüngsten Entwicklung und will nicht über Smartphone-Abhängigkeit klagen.

Die Schüler selbst werden mit Tablets eingebunden. Für sie schaffte das ASG mit Tablets bestückte Wagen an. Seine Kollegen will Beil zudem noch mehr schulen, damit sie die Arbeit damit weiter verbessern. Vor allem "Lernplattformen" hat der Rektor hierbei im Visier. So könne über eine "Cloud Material zur Verfügung gestellt werden oder die Schüler reichen hier ihre Hausaufgaben ein", erkennt er ganz neue Möglichkeiten des Schulalltags. Den Arbeitskreis Schulentwicklung, den Schüler, Eltern wie Lehrer besetzen, band das Gymnasium bereits im Juli mittels Arbeitsgruppen ein. Im nächsten Schuljahr sollen dann die Fächer Chemie und Biologie nachziehen und ebenfalls mit digitalen Tafeln arbeiten, plant Beil.

Noch dieses wie nächstes Jahr beschäftigen Jubiläen das Kollegium: Vor 50 Jahren, anno 1968, verließen die ersten Abiturienten das damalige Gymnasium Gernsbach. Im Jahr danach, 1969, wurde das heutige Schulgebäude eröffnet. Deshalb sind am Schuljahresende 2018/19 Jubiläumsveranstaltungen und eine Jubiläumszeitschrift geplant.

Freiwillige Arbeitsgemeinschaften (AG) kannten die Eleven damals nicht. Heuer schwillt das AG-Angebot für die Gymnasiasten auf 22 an. Nach einem fulminant eingeschlagenen Schnupperangebot in Obertsrot bietet der TV Gernsbach nun eine regelmäßige Tischtennis-AG an. Auf Interesse hofft überdies Pfarrer Hans-Joachim Scholz, der seine AG unter dem Titel "Frieden ist nötig - Versöhnung ist möglich" offeriert.

Das Förderkonzept und die Feedback-Kultur unter den Lehrern (mit gegenseitigen Unterrichtsbesuchen) hat das ASG laut Beil "optimiert. Es lief zwar schon vieles gut, aber wir steuern auch bei manchem nach". Zufrieden ist er mit dem Förderunterricht, der den zwei sechsten Klassen in Deutsch, Mathematik und Englisch am Nachmittag zusätzliche Möglichkeiten eröffnet und zu "selbstorganisiertem Lernen" führen soll. Die Zehntklässler werden überdies in einer Differenzierungsstufe auf das Kurssystem vorbereitet. Neu am ASG ist außerdem, dass die Schülersprecher am 1. Oktober direkt gewählt werden, anstatt durch die Klassensprecher. Das sei eine "gute Demokratie-Erziehung", findet Beil.

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