Gelungener Start im Ätzenbachtal

Geht mit gutem Beispiel voran: Ortsvorsteher Walter Schmeiser (rechts) will die Landschaftspflege voranbringen. Foto: Uebel

Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Was schon in den Ortsteilen Reichental und Lautenbach gut geklappt hat, begann für Obertsrot am Samstag: Der Ortschaftsrat hatte zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband Rastatt die örtlichen Vereine und Gruppierungen zur Landschaftspflegeaktion aufgerufen. Dabei galt es, der zunehmenden Verbuschung der Seitentäler ihr tatkräftiges Engagement entgegenzusetzen.

Schon am Freitag mit Vorarbeiten begonnen, galt der gut geplante Einsatz dem Ätzenbachtal. Wem der Begriff "Verbuschung" wenig sagt, der kann das Zuwachsen der Seitentäler bei Wanderungen selbst erleben, verhindern doch kaum noch begehbare Pfade und ungebremst hoch hinauswachsende Bäume das Erreichen schöner Wanderwege und Aussichten. Doch noch wichtiger ist der Erhalt des Klimas, zu dem freie Seitentäler einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten. Zeigt sich die Landschaft zu geschlossen, hält sie die "Fallwinde" vor einer notwendigen Durchdringung, nächtlicher Abkühlung und anschließenden Erwärmung der Täler durch Sonnenbestrahlung ab.

Das ist wichtig für den Erhalt einiger Vogelarten, Insekten, Eidechsen und auch Pflanzenarten, ohne die der Schwarzwald nicht unser Schwarzwald wäre. Dadurch sei das Mikroklima schon jetzt feuchter geworden, siedelten sich Pilzarten, die das Biotop empfindlich stören, an. Vor Jahrhunderten angelegte Terrassierungen durch Trockenmauern zur Gewinnung von Ackerland sind kaum noch sichtbar, dadurch die heutige Nutzung vieler Weideflächen für Viehherden nur noch eingeschränkt möglich. Sie gehen so, wenn diesem Prozess nichts entgegengesetzt wird, verloren.

Diesem bekannten Dauerthema im Murgtal folgte der Aufruf des Ortschaftsrats Obertsrot zusammen mit dem Landschaftserhaltungsverband Rastatt. Für die Aktion gab Ortsvorsteher Walter Schmeiser die Losung aus: "Nicht nur reden, sondern handeln." Am Samstag waren es zehn Frauen und Männer vom Ortschaftsrat, der Freiwilligen Feuerwehr Obertsrot, des örtlichen Fußballclubs und des Obertsroter Musikvereins, die sich gegen 10 Uhr auf der Arbeitsliste des Ortsvorstehers eingetragen hatten. Etwa vier Stunden lang, bei dem wunderbaren Herbstwetter "fast ein Vergnügen", schritten sie zur Tat. Den Kopf mit Helmen bedeckt, die Hände durch Handschuhe geschützt und an den Füßen trittsicheres Schuhwerk gingen die Männer mit Maschinensägen und -sensen zu Werke, um die groben Arbeiten am effektivsten erledigten. Gleich gefolgt von allen anderen, die mit leichterem Gerät und viel Muskelkraft für das Freiräumen sorgten.

"Wir wurden auch fündig", wie Schmeiser lächelnd erzählt: "Fanden wir doch im verdornten Gelände weggeworfene Gießkannen, Plastik-Flaschen, sogar ein Schuh war darunter." Auch eine zugewachsene Trockenmauer legten die fleißigen Landschaftspfleger frei. Der Ortsvorsteher hofft bei den Folgeterminen auf noch mehr Beteiligung seitens der Vereine und kündigt eine entsprechende Information bei der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Ebersteinhalle (AKE) an.

Der Start sei aber schon mal gelungen, zog er ein positives Fazit beim gemütlichen Teil des Tages bei der Feuerwehrabteilung in der Ebersteinhalle. Bleibt das Wetter sicher, dürfte das erste Etappenziel der Landschaftspflegeaktion bald zu schaffen sein. Zuversichtlich zeigte sich diesbezüglich auch Diana Fritz. Die Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbands begleitete die Aktion vor Ort.

Dabei handelt es sich nicht um reines Ehrenamt. Die erbrachten Arbeitsstunden sowie die eingesetzten Geräte (Kettensäge, Motorsense, Handsäge, Rechen, Forke und anderes Gerät) werden finanziell gefördert. Und danach geht es weiter, wenn der örtliche Landschaftspfleger Timo Görtler mit seinen Tieren die freigeräumten Flächen beweidet und so für die Nachpflege sorgt.

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