Erinnerung an deportierte jüdische Mitbürger

Am Gedenkstein bei der Stadtbrücke erinnert der AK Stadtgeschichte an deportierte jüdische Bürger.  Foto: Juch

Gernsbach (stj) - Zahlreiche Bürger kamen am Montag zur Gedenkveranstaltung, die der Arbeitskreis für Stadtgeschichte jedes Jahr am 22. Oktober in Erinnerung an die Deportation der jüdischen Mitbürger durch die Nationalsozialisten organisiert. Die Namen der Verschleppten sind auf einem Gedenkstein nahe der Stadtbrücke festgehalten. Per unverzüglicher Anordnung hatten sich diese neun Menschen im Oktober 1940 mit wenig Gepäck und Geld an der Brücke einzufinden, um eine Fahrt ohne Wiederkehr in das südfranzösische Internierungslager Gurs anzutreten. Mit diesem Unrechtsakt endete im Herbst 1940 das jüdische Leben in Gernsbach. Dr. Irene Schneid-Horn vom AK Stadtgeschichte erinnerte in ihrer Begrüßung daran, was damals geschah. Sie verwies zudem auf die Synagogen-Ausstellung, die sich derzeit in Vorbereitung befindet und die ab Anfang November im alten Amtshof zu sehen sein wird.

Wolfgang Froese erläuterte die Historie der einstigen Gernsbacher Synagoge in der Austraße, die vor 90 Jahren erbaut und vor 80 Jahren im Zuge der "Reichspogromnacht" durch Nazischergen angezündet und zerstört wurde.

Einen theologischen Impuls gab der Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden, Daniel Naftoli Surovtsev. Die Klasse zehn der Realschule trug das Gedicht "Züge" von Kurt Salomon Maier vor, der Projektchor der Liebfrauenkirche unter der Leitung von Claudia Mnich umrahmte die Veranstaltung. Dekan Josef Rösch (Liebfrauenkirche) und Wolfgang Schmeiser (Christuskirche) sprachen ein bekennendes Gebet. Bürgermeister-Stellvertreter Friedebert Keck nannte die Namen der jüdischen Mitbürger auf dem Gedenkstein, für die Kerzen entzündet wurden.

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