Annette Stepputat eine "Pfarrerin auf Abruf"

Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Jutta Walter (von links), Pfarrer Arno Knebel und Pfarrerin Annette Stepputat.  Foto: Jahn

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Erneuter Wechsel in der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau: Annette Stepputat ist ab 1. November als Pfarrerin im ständigen Vertretungsdienst im Murgtal. Etwa ein bis eineinhalb Jahre wird sie hier aktiv sein. Die 60-Jährige ist somit Nachfolgerin von Vakanzverwalter Pfarrer Arno Knebel.

"Pfarrer Arno Knebel war für uns ein Glücksfall", sagt Jutta Walter, Vorsitzende des Kirchengemeinderats Gaggenau. Zwar war der Geistliche nur relativ kurz in der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau tätig, habe dort aber seit seinem Dienstbeginn am 1. Juli dieses Jahres viel geleistet. "Es waren so 50 bis 60 Termine", erwähnt Knebel. Dabei hat er "das Tun hier in Gaggenau eher ehrenamtlich gemacht". Pfarrer Arno Knebel hat zwei Stellen inne. Er ist Bezirksbeauftragter für Flüchtlinge und Migration im evangelischen Dekanat Baden-Baden und Rastatt sowie Klinikseelsorger - beide Stellen zu jeweils 50 Prozent.

Dennoch wird er in Gaggenau teilweise aktiv bleiben. Fest steht, dass Knebel nach seinem "vorerst letzten Gottesdienst" am vergangenen Sonntag in der Markuskirche am ersten Weihnachtsfeiertag den Gottesdienst in der Markuskirche und am Nachmittag den Gottesdienst auf dem Rohwerhof in Bad Rotenfels halten wird. Im kommenden Jahr feiert Freiolsheim sein 800-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird Pfarrer Knebel am 31. März in der Wallfahrtskirche Moosbronn einen Gottesdienst zelebrieren.

Annette Stepputat wird von der evangelischen Landeskirche eingesetzt. In Gaggenau wird sie vermutlich ein oder eineinhalb Jahre tätig sein. Das hängt davon ab, ob und wenn ja, wann die beiden offenen Stellen besetzt werden können. Auf die erste Ausschreibung hin gab es keine Bewerbungen, räumt Jutta Walter ein. Im Gesetzes- und Verordnungsblatt der evangelischen Landeskirche in Baden, in etwa das Amtsblatt für Kirchen, werden beide Stellen jetzt erneut ausgeschrieben. Falls beide Stellen zeitnah besetzt werden, würde Stepputat ihre Tätigkeit in Gaggenau früher beenden. Sie ist "Pfarrerin auf Abruf" und bereitet die Gemeinde auf die neuen Pfarrer vor. Sie werde nicht die Gemeinde prägen. Problematisch, so Jutta Walter, sei, dass es im Kirchenbezirk, der den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden umfasst, aktuell sechs weitere Vakanzen gebe.

Gebürtig und aufgewachsen in Norddeutschland, kam Stepputat 1994 ins Badische nach Mannheim. Von 2001 bis 2008 war sie an der evangelischen Johannes-Gemeinde Rastatt aktiv und wechselte anschließend zum Oberkirchenrat nach Karlsruhe. Dort kümmerte sie sich als landeskirchliche Beauftragte um die Seelsorge für Zuwanderer und war für Islamfragen zuständig. Die vergangenen eineinhalb Jahre war sie als ständige Vertretung in der Ortenau tätig. Die Pfarrerin ist verheiratet, hat einen volljährigen Sohn und wohnt in Bad Herrenalb. Dort will sie auch später ihren Ruhestand genießen. Am 18. November wird sie ihren ersten Gottesdienst in der Markuskirche halten. Auch künftig werden Pfarrer im Ruhestand und Prädikanten im Einsatz sein.

In Sachen Neubau Gemeindehaus sind noch Details bei der Planung zu klären, unter anderem in Sachen Haustechnik/Heizung sowie beim Hochwasser- und Brandschutz. "Wir hoffen, im Frühjahr den Grundstein legen zu können", sagt Walter. Bis Ende 2020 soll der Neubau, für den 2,5 Millionen Euro veranschlagt sind, fertig sein. Danach soll das Gemeindehaus Ottenau abgegeben werden.

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