Mountainbike-Trail vor dem Aus?

Mountainbike-Trail vor dem Aus?

Von Markus Mack

Forbach - Die Enttäuschung in Gausbach ist groß: Der geplante Mountainbike-Trail werde wegen der ausgewiesenen Auerhahnschutzgebiete und FFH-Gebiete nicht realisiert werden können. Das war bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung zu erfahren. Sowohl Ortsvorsteher Achim Rietz als auch Rüdiger Ochs, der Vorsitzende des Gausbacher Turnvereins, zeigten sich auf BT-Nachfrage von der Entwicklung ernüchtert - schließlich war von den Gausbacher Turnern eigens eine Mountainbike-Abteilung gegründet worden, die sich um den Unterhalt des Trails kümmern sollte.

Alternativrouten seien nicht genehmigungsfähig, erläutert Ortsvorsteher Achim Rietz. In der Nachbarschaft, in Baiersbronn, Sasbachwalden oder Bad Wildbad, seien die Mountainbike-Trails kein Problem. Lediglich im Landkreis Rastatt habe der Naturschutz einen so hohen Stellenwert.

Die touristische Entwicklung in Forbach werde dadurch beschnitten, lautet die Einschätzung von Rietz. Der Naturschutz stehe höher als die touristischen Ziele der Gemeinde. Alternative Routen zum ursprünglich vom Kaltenbronn über den Draberg bis zum Gausbacher Sportplatz vorgesehenen Trail seien schwer realisierbar, es gebe überall Schutzgebiete, erläutert der Ortsvorsteher. Die Rathaus-Verwaltung in Forbach zeigte sich gestern überrascht: Noch liege "keine finale Aussage" des Landratsamts und des dortigen Amts für Baurecht und Naturschutz vor, berichtete der auch für Tourismus zuständige Thomas Hudeczek.

Im November 2015 war die Idee vorgestellt worden und auf einhellige Zustimmung im Gausbacher Ortschaftsrat und im Forbacher Gemeinderat gestoßen. Nun steht das Projekt vor dem Aus. Ohne das obere Wegdrittel beim Draberg sei die Route für Biker nicht attraktiv, meint Rietz. Nur wenig Hoffnung gebe es für den Routenvorschlag von der Prinzenhütte über Steinernes Brückle, Latschig und Ringberg zum Kauersbachtal, da auch diese Tour Auerhuhn-Biotope berühre.

Der Trail sei zwar noch nicht offiziell "beerdigt", der Ortschaftsrat glaube aber nicht mehr an dessen Realisierung. Auch stelle sich die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, in eine wenig attraktive Route Geld und Arbeit zu investieren. Ein "Flowtrail" hätte es werden sollen. Das sind neue Wegetypen, die für Biker gebaut werden oder durch Modifizierung eines vorhandenen Wegs entstehen. So beschreibt die Deutsche Initiative Mountainbike das Konzept. Ausgaben von 45 000 Euro waren für den Trail im Kräuter- und Sagendorf vorgesehen.

Der geplante Verlauf wäre in etwa parallel zum Westweg gewesen und hätte die Möglichkeit geboten, Radler und Wanderer zu trennen. Jetzt sieht Rietz die Gefahr, dass beide Gruppen weiter gemeinsam den Westweg nutzen, was zu Konflikten führen könnte.

Tief enttäuscht zeigt sich auch der TV-Vorsitzende Rüdiger Ochs über die mangelnde Zugeständnisbereitschaft der Fachbehörden. Das bisherige Engagement der Vereinsmitglieder werde nicht honoriert. Man habe sich von der neuen Abteilung Impulse für das Vereinsleben erhofft, zu denen es jetzt nicht kommt. Da die Gausbacher Biker keine Konkurrenz zum Langenbrander Radsportverein bilden wollen und die Abteilung gezielt für die Pflege des Trails gegründet worden ist, werde man sie wohl wieder auflösen.

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