"Unsere Kirche soll uns ein Zuhause sein"

'Unsere Kirche soll uns ein Zuhause sein'

Von Barbara Gutmann

Gaggenau - "Wenn man sich bewegt, dann kommt etwas in Bewegung. Der Horizont wird erweitert." Mit diesen Worten verstand es Pfarrer Tobias Merz, die zahlreichen Gäste beim Neujahrsempfang der Seelsorgeeinheit Gaggenau auch spirituell einzustimmen auf die wichtigste Neuerung für das Jahr 2019. "Wir wollen eine einladende Kirche sein, wenn wir in verschiedenen Gemeinden Gottesdienst feiern."

Der Geistliche verwies damit auf die neue Gottesdienstordnung, die Pfarrgemeinderatsvorsitzender Georg Bierbaums in seiner Rede später als die einschneidendste Veränderung nennt: Die Zahl der Eucharistiefeiern am Wochenende werde sich, mit Ausnahme der Wallfahrtskirche Moosbronn, verändern. In jeder Pfarrgemeinde wird es pro Monat ein Wochenende ohne Eucharistiefeier geben - "ein trauriger Umstand, der aber dem extremen Priestermangel geschuldet ist", so Bierbaums in seiner späteren Rede.

Doch Tobias Merz sieht als geistlicher Leiter der Seelsorgeeinheit (SE) auch eine Chance darin; er unterstrich sein Anliegen, "dass unsere Kirche ein Zuhause ist, uns Heimat bietet" mit dem Song von Max Giesinger "Zuhause" , den er mit Andreas Schmoll, dem neuen Musiklehrer der Realschule, in der gemeinsamen musikalischen Umrahmung präsentierte.

"Es ist schön, Sie als Pfarrer hier zu haben, Sie bereichern unsere Seelsorgeeinheit mit Musik, Kunst und Kultur." Großer Beifall für den jazz-affinen Seelsorger bekräftigte diese Worte des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Georg Bierbaums. "Danke, Herr Pfarrer Merz, für Ihre Ideen, Ihre Teamfähigkeit, für das nette und unkomplizierte Miteinander, für den geistlichen Dienst, den Sie hier verrichten."

Dankesworte galten auch Diakon Matthias Richtzenhain: "Sie sind der ruhende Pol im Team. Wir erleben Ihre Besonnenheit und wohltuende Gelassenheit als sehr angenehm. Ohne Sie wäre die SE ein ganzes Stück ärmer."

Auch der Pastoralreferentin Sonja Greipel, die wegen Elternzeit eine Weile ausfallen wird, galten spezielle Worte des Dankes: "Sie, die jüngste im Team, hat frischen Wind in unsere SE gebracht, und ohne sie würde es viele neue Angebote nicht geben."

Wertschätzend

im Umgang

Bierbaums dankte allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Team der Seelsorgeeinheit und im Pfarrgemeinderat: "Der Umgang bei uns im Team ist wertschätzend und rücksichtsvoll, trotz aller Unterschiede und der Tatsache, dass sich auch jeder für seine Pfarrgemeinde einsetzt."

Eine große Außenwirkung hätten die Kindergärten in den vier Pfarrgemeinden: "Hier haben wir die Möglichkeit, Werte und Normen, die uns als Christen wichtig sind, an Kinder und ihre Eltern weiterzugeben." Bierbaums dankte allen Erzieherinnen und Erziehern für die vorbildliche Leistung, die sie im täglichen, "nicht immer einfachen Umgang mit Eltern und Kindern leisten."

"Fürchtet Euch nicht" hatte Bierbaums für seine Neujahrsgedanken als Motto gewählt und nahm das "bei vielen vorhandene negative Denken und Fühlen" in den Fokus: "Lasst euch nicht anstecken von den Miesmachern und Pessimisten in unserem Land." Gesellschaftlich gesehen gehe es uns in der Bundesrepublik Deutschland seit vielen Jahren sehr gut mit einer stabilen Demokratie und einem gut funktionierenden Gemeinwesen.

Zur Situation älter werdender Menschen und ihren berechtigten Ängsten führte Bierbaums an: "Speziell hier in Gaggenau leben wir in einer Kommune, in der vorgesorgt wird, wo die Stadtverantwortlichen auch zukunftsorientiert denken an das Älterwerden und wie wir damit umgehen." Mit dem "Quartiersviertel", dem renovierten Helmut-Dahringer-Haus, dem Projekt "Ein gutes Jahr mehr", mit der Unterstützung der Seniorenvereine, den städtischen Altennachmittagen und vielem mehr sei vorgesorgt, so der Pfarrgemeinderatsvorsitzende.

Was es mit diesen Quartieren auf sich hat, griff auch OB Christof Florus in seinen Grußworten auf: Gemeinsam sollen Wege gefunden werden, kleine Einheiten zu bilden, "wo Menschen aus allen Gruppierungen wieder näher zusammenrücken und sich gegenseitig helfen". Schließlich rief Florus dem dicht gedrängten bunten Mix aus Mitgliedern der verschiedenen Pfarrgemeinden zu: "Ihr leistet sehr viel, ohne euch alle würde Gaggenau nicht so dastehen. Wir brauchen euch!"

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