Puppenbauer Hänsel "ist wieder da"

Puppenbauer Hänsel 'ist wieder da'

Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Es ist das erste Mal, dass der Bühnenbildner Matthias Hänsel mit einer Ausstellung während der Puppentheaterwoche weilt. Eine Aussage, die so nicht ganz richtig ist. Eher trifft der Titel zu, den einige seiner aktuellen Puppen in Gernsbach verkörpern: "Er ist wieder da."





Denn die von ihm entworfenen Puppen und Bühnenbilder waren schon häufiger in Gernsbach zu Gast, nur in einem anderen Kontext. Seiner Kunst und seinen kleinen und großen Figuren ist in diesem Jahr die begleitende Ausstellung "Märchenträume aus Puppen und Bühnenbilder gemacht" in der Stadthalle gewidmet. Stabmarionetten, Hand- und Klappmaulpuppen oder Flachfiguren hat der Dresdner in den letzten 18 Jahren gefertigt und damit nicht nur Puppenspieler begeistert. Die verwendeten Materialien variieren ebenso wie die Größe seiner Figuren.

Manche erblickten das Licht der Welt in Pappmaschee mit viel Holzanteil, andere wiederum sind aus Schaumstoff und mit Stoff überzogen oder aus Modelliermasse. Eine Vorgehensweise, die dem Künstler erlaubt, für das jeweilige Puppenspiel maßgeschneiderte Figuren und korrespondierende Bühnenbilder zu entwerfen.

Das Licht der Welt erblickte Hänsel 1971 in Templin. Ein weiterer guter Bekannter des einwöchigen Puppenspielfestivals, sein Onkel Thomas Hänsel vom Marotte-Figurentheater Karlsruhe, weckte die Begeisterung. Dieser initiierte das Hohensteiner Puppenspiel. "Damit bin ich groß geworden", erzählt der Bühnenbildner. Der Schulausbildung folgte ein Bühnenbildstudium. "Selber spielen wollte ich nie", gesteht der Puppenbauer.

In diesem Genre ist Matthias Hänsel seit 2001 unterwegs. Sein Lieblingsstück ist "Schlafes Bruder". Auch diese Figuren sind zu sehen. Sie wären fast ein Raub der Flammen geworden, als das Fahrzeug des Theatrium Figurentheaters Dresden nach dem Ende der 29. Puppentheaterwoche nach Hause fuhr. "Einige waren verkohlt, andere konnten gerettet werden", sagt der Familienvater, der noch soziale Arbeit studiert.

75 Puppen aus zwölf Inszenierungen sind im Foyer der Stadthalle zu sehen. Eindrucksvolle Zeugen kreativen Schaffens entstanden in enger Zusammenarbeit mit Puppenspielern und Regisseuren. Nicht wenige davon werden den regelmäßigen Puppenspielbesuchern bekannt vorgekommen sein. Noch bis zum Ende des Festivals am 13. April geben sich unter anderem der unerschrockene Wikinger-Junge Wickie, Reformator Luther, die streitbaren Nibelungen oder Pettersson und Findus ein eindrucksvolles Stelldichein. Wirkungsvolle, genähte, geformte, geklebte und geschraubte Protagonisten bester Puppenspielkunst.

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