Murgtal "sicherste Region" im Landkreis

Murgtal 'sicherste Region' im Landkreis

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Der Stolz war unverkennbar, als Jörn Hinrichsen die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr präsentierte. Der Leiter des Polizeireviers Gaggenau legte die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Sein Fazit: Das Murgtal ist die "sicherste Region" im Landkreis Rastatt und im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg samt Kinzigtal. Auch sei Gaggenau das "sicherste Mittelzentrum" im Polizeipräsidium.

Dies untermauerte Hinrichsen mit einigen Zahlen.

Wohnungseinbruch: Niedrigster Wert seit fünf Jahren. Innerhalb von drei Jahren sei ein Rückgang um 73 Fälle zu verzeichnen, innerhalb eines Jahres um 20 Fälle (38 Prozent).

Körperverletzung: Rückgang innerhalb eines Jahres um 48 Fälle oder 14,3 Prozent.

Sachbeschädigung: Rückgang innerhalb eines Jahres um 79 Fälle oder 19 Prozent.

Im Vergleich zu 2017 sind die Straftaten im Bereich des Polizeireviers Gaggenau um 2,1 Prozent oder 55 zurückgegangen. Die Aufklärungsquote lag bei 63,9 Prozent. Alles über 60 Prozent seien "Traumquoten", so Hinrichsen. In den vergangenen fünf Jahren waren es 406 Straftaten weniger im Zuständigkeitsbereich.

Aussagekräftig sind die Häufigkeitszahlen. Das ist das Verhältnis der Bevölkerung im Bezug auf die bekannten Straftaten, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner. Dort liegen sowohl die Stadt Gaggenau (3 559) als auch das Polizeirevier Gaggenau, das zuständig ist für den Bereich von Forbach bis Muggensturm, mit 3 543 deutlich unter dem Schnitt von Baden-Württemberg (5 191). Der Landkreis Rastatt (4 425), die Stadt Rastatt (7 436) und die Stadt Bühl (4 634) haben ebenfalls höhere Werte als Gaggenau.

Gaggenau liegt "erheblich unter dem Landesschnitt" - sowohl die Stadt als auch das Revier. Rückgänge waren in vielen Bereichen zu verzeichnen. Wohnungseinbruchsdiebstähle, Firmeneinbrüche, Gewaltkriminalität, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen verzeichneten Rückgänge zwischen 14 und fast 47 Prozent. Nur bei der Rauschgiftkriminalität (Plus 72,3 Prozent) und beim Ladendiebstahl (Plus 46,7 Prozent) habe es deutliche Steigerungen gegeben.

In Sachen Rauschgift habe die Polizei die Bekämpfung intensiviert - es war ein Schwerpunkt im vergangenen Jahr. "Es gibt keine offene Szene", betont Hinrichsen. Von der Menge her sei Marihuana am verbreitesten. Beim Ladendiebstahl seien nach wie vor Mutproben vertreten. Es gab aber auch einen Trend zu hochwertigen Parfums. Die Täter stammten oft aus Osteuropa. Die hochwertigen Waren könnten relativ schnell zu Geld gemacht werden, sagt der Revierleiter.

Verdoppelt hat sich im Vergleich zu 2017 die Zahl der Fälle bei der "sexuellen Selbstbestimmung". In diese Statistik fließt unter anderem der Missbrauch von Mädchen durch einen Schwimmlehrer ein. Dieser soll in Badeanstalten, unter anderem auch in Gernsbach, Kindern während des Schwimmunterrichts in den Intimbereich gefasst haben. Insgesamt soll er sich in 198 Fällen an insgesamt 40 Mädchen vergangen haben. Er war vom Landgericht Baden-Baden zu zwölf Jahren Haft und Sicherheitsverwahrung verurteilt worden.

Außerdem ist das Sexualstrafrecht nach den Silvestervorfällen in Köln und anderen Städten verschärft worden. Auch das habe, so der Revierleiter, zum Anstieg der Zahlen geführt.

Stichwort Körperverletzungen. Allein in der Stadt Gaggenau lag die Aufklärungsquote bei 92,7 Prozent. Die Gründe laut Hinrichsen: Oft gibt es eine Täter-Opfer-Beziehung. Auch werde bei diesen Delikten intensiv ermittelt. Es sei, so der Revierleiter, halt ein Unterschied, ob der Außenspiegel eines Pkw beschädigt oder jemandem Zähne ausgeschlagen werden.

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