Bedarf an Sozialwohnungen ist vorhanden

Bedarf an Sozialwohnungen ist vorhanden

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Anstatt zwölf soll es an der Theodor-Bergmann-Straße in drei Häusern künftig 24 Sozialwohnungen geben. Schon vor längerer Zeit hatte die Gaggenauer Heimstätten-Genossenschaft (GHG) dieses Vorhaben bekannt gegeben und entsprechende Anträge gestellt. Die bestehenden Häuser Nummer 19, 21 und 23 sollen mittelfristig abgerissen und stattdessen moderne Gebäude errichtet werden. Der Gemeinderat beschloss jetzt einstimmig einen entsprechenden Bebauungsplan als Satzung.

Die planungsrechtliche Regelung ist erforderlich wegen dem vergrößerten Volumen, der höheren Zahl der Wohneinheiten und der damit verbundenen Zahl der Stellplätze, um städtebauliche Spannungen zu vermeiden. Das Areal befindet sich in der Theodor-Bergmann-Straße zwischen Luisenstraße und Viktoriastraße unweit der Gaggenauer Stadtwerke. Laut Heimstätten-Genossenschaft handelt es sich dort um ein langfristig angelegtes Vorhaben. Neben 24 modernen Wohneinheiten sind drei Gewerbeeinheiten vorgesehen. Auf die Frage von Rudi Drützler (CDU), was für ein Gewerbe das sein soll, meinte Bürgermeister Michael Pfeiffer, es solle sich um Dienstleister handeln, es sei aber noch nichts fixiert. Laut Wolfgang Freidel, Aufsichtsratsvorsitzender der GHG, werde unter anderem die GHG selbst eine Gewerbeeinheit nutzen. Bislang befindet sich deren Büro in der Straße "Am Eisweiher" in Gaggenau.

Die Aufstellung des Bebauungsplans erfolgt im sogenannten "beschleunigten Verfahren". Im konkreten Fall wurde der Aufstellungsbeschluss im Juli 2017 gefasst. Der Entwurf wurde vom Gemeinderat im Juli 2018 gebilligt und die Verwaltung mit der Durchführung der Offenlage beauftragt. Zur Verzögerung des Aufstellungsverfahrens kam es laut Verwaltung, da nach der Offenlage festgestellt wurde, dass das Plangebiet innerhalb des Konsultationsabstands des "Kugelgasbehälters" der Stadtwerke liegt. Eine gutachterliche Stellungnahme bestätige, "dass der angemessene Sicherheitsabstand zum Kugelgasbehälter 23 Meter beträgt und somit eine ernste Gefahr für das zu beurteilende Planungsgebiet auszuschließen ist".

Eins der drei Häuser, die Baujahr 1938 sind, steht bereits leer. Sukzessive sollen sie abgerissen und durch die Neubauten mit Flachdächern ersetzt werden. Wie Oberbürgermeister Christof Florus erklärte, sollen die Häuser barrierearm, mit Aufzug und unter modernen energetischen Gesichtspunkten errichtet werden. Zudem sollen sie sozial verträglich sein." Wir können froh sein, dass wir die Heimstätten-Genossenschaft als Partner haben", so das Stadtoberhaupt.

Gerlinde Stolle (SPD) sprach davon, dass die Verunsicherung bei einigen Mietern groß sei. Einige der Bewohner seien älter als 80 Jahre und hätten Ängste. Sie appellierte an die GHG, Gespräche mit den Mietern zu führen und Alternativen für sie darzulegen. Florus erwähnte in diesem Zusammenhang, man müsse sehen, in welchem Zustand sich die Wohnungen aktuell befänden.

Sprecher aller Fraktionen befürworteten das Bauvorhaben. "Der Bedarf an Sozialwohnungen ist vorhanden", betonte Andreas Paul (CDU). Gerd Pfrommer (SPD) geht davon aus, dass die GHG den Dialog mit den Mietern sucht. Das Bauprojekt führe zu einer Aufwertung des Gebiets. "Man kann in die neuen Gebäude alles Sinnvolle einfließen lassen wie Aufzüge und Barrierearmut", sagte Martin Hahn (FWG). Eric Peplau (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete es als positiv, dass sozial verträgliche Wohnungen entstehen.

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