Das Ende der Dauerchlorierung

Das Ende der Dauerchlorierung

Forbach (galu) - Zum Auftakt seiner diesjährigen Sommertour durch Baden-Württemberg hat Umweltstaatssekretär Andre Baumann gestern in Forbach Station gemacht. Dort übergab er Bürgermeisterin Katrin Buhrke einen Förderbescheid über 670 000 Euro. Mit dem Zuschuss des Landes kann die Gemeinde den Einbau von Ultrafiltrationsanlagen realisieren und dadurch wieder die sichere Versorgung der Einwohner mit sauberem, keimfreien Trinkwasser gewährleisten.



"Die Murghalle ist ein Ort für Feiern und andere schöne Anlässe", begann Buhrke ihre Begrüßungsansprache. Die Lokalität sei gut gewählt, denn der Erhalt der Förderung sei ein "schöner Anlass für die Gemeinde." Die Gemarkungsfläche von Forbach beträgt rund 13 000 Hektar. Die insgesamt etwa 4 900 Bewohner, die dort leben, werden durch zehn Ortswassernetze versorgt. Das gute Trinkwasser aus den Schwarzwaldquellen sei ein Merkmal für die Gemeinde. Die Bürgermeisterin erinnerte sich an ihre Studienzeit in Heidelberg zurück und erzählte, dass sie nach jedem Heimatbesuch stets Wasser aus Forbach mitgenommen habe.

Die vor zwei Jahren begonnene Dauerchlorierung sei für Einwohner und Gäste eine Belastung gewesen; für die Kommune habe sie erhöhte Betriebskosten gebracht. Zeitgleich dankte sie den zuständigen Mitarbeitern, die sich für die Qualität des Trinkwassers quasi im Dauereinsatz befänden, da ständige Kontrollen und Beprobungen nötig seien. Ein Strukturgutachten aus dem Jahr 2017 hatte den Sanierungsbedarf offensichtlich gemacht, die Gesamtkosten lägen bei etwa neun Millionen Euro.

Am Freitag, 20. Juli, ist das neue Wasserwerk Schwarzenbach ans Netz gegangen. Bereits dieses Projekt hatte das Land mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert, der nächste Schritt sei die Anlage in Hundsbach.

Bis zum vollständigen Abschluss aller Sanierungsarbeiten sollen nun Ultrafiltrationsanlagen in den vier betroffenen Versorgungsgebieten Rote Lache, Gausbach, Langenbrand und Herrenwies zum Einsatz kommen. Diese ermöglichen ein Ende der Chlorierung und eine Sicherstellung der Trinkwasserqualität. Dies sei jedoch auch nur eine Zwischenlösung, hob die Bürgermeisterin hervor. Dennoch freue sie sich sehr über die Förderung, denn ohne diese wäre der Einbau der Ultrafitrationsanlagen nicht möglich.

Umweltvorteil für

Wasser aus der Leitung

"Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel", betonte Andre Baumann. "Und für den Großteil der Menschen im Land ist es selbstverständlich, dass überall und jederzeit sauberes Trinkwasser aus dem Hahn fließt." Doch dies sei nicht immer der Fall. "Es passiert zwar selten, aber ab und zu kann es wie hier in Forbach zu mikrobiologischen Verkeimungen kommen", erläuterte der Staatssekretär. "Das Problem lässt sich zwar lösen, indem das Wasser gechlort wird, das ist jedoch nur kurzfristig eine Alternative. Diese Chlorierung kann kein Dauerzustand sein." Baumann selbst macht nach eigenem Bekunden gelegentlich Urlaub in der Hütte des Schwarzwaldvereins in Herrenwies und kennt das gute Trinkwasser dementsprechend sehr gut.

Auch wies er darauf hin, dass Leitungswasser speziell in Zeiten des Klimawandels eine große Bedeutung zukomme. "Ein gutes Trinkwassernetz ist nicht nur wichtig für die Menschen, sondern auch für den Klimaschutz." Er selbst kaufe nach Möglichkeit kein Wasser im Supermarkt, sondern greife auf Wasser aus dem Hahn zurück. Mineralwasser aus dem Handel weise eine deutlich schlechtere ökologische Bilanz auf, deshalb vermeide er es so gut es gehe.

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