Rettung aus 35 Metern Höhe

Rettung aus 35 Metern Höhe

Von Veronika Gareus-Kugel

Loffenau - Für ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungskräften sorgten am Donnerstag zwei abgestürzte Gleitschirmflieger unterhalb der Teufelsmühle. Beide Piloten blieben weitgehend unverletzt. Im Einsatz waren auch 16 Kräfte der SRHT-Mittelbaden (Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen), eine Kooperation der Freiwilligen Feuerwehr Bühl, Feuerwehr Baden-Baden und der Bergwacht. Die Alarmierung erfolgte um 16.24 Uhr.





Rund zwei Stunden nach Eingang des Notrufs hatten die Höhenretter die 52-jährige Gleitschirmfliegerin, die in 35 Metern Höhe in einer Fichte hing, abgeseilt. Zunächst erklomm ein Höhenretter den Baum in seiner ganzen Höhe, um anschließend von oben die Person zu sichern und mit Unterstützung der Kameraden am Boden möglichst sicher abzuseilen. Nach einer kurzen Untersuchung durch Mitarbeiter des Roten Kreuzes konnte die Gleitschirmpilotin den Krankenwagen wieder verlassen.

Der zweite Gleitschirmflieger (45), ein Mitglied der Teufelsflieger Loffenau, landete nahe dem Boden und konnte sich selbst retten. Über Funk alarmierte er die Rettungskräfte. Er selbst hatte sich bei dem Unfall lediglich ein paar Schrammen hinzugezogen.

Seiner Aussage nach ist möglicherweise eine Kollision der beiden Gleitschirme in der Luft schuld an dem Absturz. Die Schirme seien während des Flugs vom Wind ins Lee, der vom Wind abgewandten Seite des Bergs, gedrückt worden. Die Rettungsschirme taten jedoch bestimmungsgemäß ihren Dienst. Weshalb es zur Landung im Baum kam, erklärt der Teufelsflieger mit der Tatsache, dass die Rettungsschirme nicht steuerbar seien: "Solche Situationen werden von uns immer wieder trainiert und gehören zum kleinen Einmaleins der Gleitschirmfliegerei", betont der Teufelsflieger. Auch das Mitführen eines Funkgeräts sei Pflicht für jeden Gleitschirmflieger, der von der Te ufelsmühle aus startet. Dies sei sinnvoll, da rund um den Berg kein Handyempfang garantiert ist.

Dem Drachen- und Gleitschirmfliegerclub "Teufelsflieger" Loffenau sei die Sicherheit der Piloten wichtig: Die Startrampe liegt ein kurzes Stück unterhalb des Teufelsmühlenturms. Sicherheitspläne für diesen Bereich und das regelmäßige Trainieren von Notsituationen gehören zum Standard.

Die Bergwacht war jeweils mit zwei Rettungskräften aus Baden-Baden und Pforzheim im Einsatz. Dies erklärt sich durch die Lage von Loffenau: Die Gemeinde liegt exakt in der Mitte zwischen den beiden Kreisen. Das Gleiche trifft auch auf die Sanitäter vom DRK zu. Ein Teil gehörte dem Kreisverband Calw an, die anderen dem Kreisverband Rastatt. Die Freiwillige Feuerwehr Loffenau war mit 20 freiwilligen Kräften im Einsatz. Diese wurden verstärkt von elf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach. Überdies waren zwei Beamte des Polizeireviers Gaggenau vor Ort sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Günther Dußmann.

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