Musik in allen Variationen ist seine Leidenschaft

Musik in allen Variationen ist seine Leidenschaft

Von Barbara Gutmann

Gaggenau - Musik ist sein Leben, aber zuletzt häuften sich die Auftritte. Nun freut sich der Allround-Musiker Andreas Schmoll erst mal auf Entspannung mit der Familie: endlich Sommerferien! Auch für ihn. Seit einem Jahr ist er als Lehrer an der Realschule Gaggenau hauptsächlich für die musikalische Gestaltung der Schule zuständig.



Aber es ist eben nicht nur die Realschule, für die Schmolli - wie er genannt wird - begeistert aktiv ist. Für den seit zehn Jahren in Bad Rotenfels lebenden Lehrer ist die Musik seit Kindesbeinen Lebenselixier. Und er möchte einfach nur mit vielen Menschen teilen, welche Freude und Begeisterung mit solch einer breit gefächerten Musikalität verbreitet wird. Wie lebendig das Leben wird, welch beglückende menschliche Kontakte entstehen.

Im BT-Gespräch sprudelt die Freude des 43-Jährigen an all seinem Tun. Sein Werdegang ist sicher auch durch die Musikalität seines Vaters Pit Schmoll geprägt, der vor rund 30 Jahren von Baden-Baden nach Gaggenau zog. So war auch der Sohn bereits als Jugendlicher in der Gaggenauer Musikszene unterwegs, hatte mit 14 seine erste eigene Band. Daher kennt man ihn auch noch nach Jahren.

Mit herzerfrischender Offenheit erzählt er von seiner durchweg positiven Lebensgestaltung, und seine Agilität lässt staunen. Lange hatte er keinen klaren Berufswunsch. Erst der Zivildienst nach Realschulabschluss und kaufmännischem Berufskolleg löste die Initialzündung aus: Als er für die AWO in einer Kita Essen ausfuhr, spürte er wieder diese Affinität zu Kindern, wie er sie schon in seiner "Laufbahn" in der katholischen Kirche vom Ministranten über Jugendgruppenleiter bis zur KJG-Band erlebt hatte.

Also entschied er sich für die Erzieherausbildung in Bühl. Zusätzlich belegte er Begleitkurse als Musikmentor. Und dann fiel für den fertigen Erzieher schnell die Entscheidung für eine Quereinsteiger-Ausbildung für das Lehramt am pädagogischen Fachseminar in Karlsruhe. Natürlich mit Hauptfach Musik, dazu BK und das neue Fach AES (Alltagskultur, Ernährung und Soziales.)

Mit 28 Jahren trat Andreas Schmoll 2004 seine erste Beamtenstelle an der Schlossbergschule in Kappelrodeck an. Dass er berufsbedingt seine Frau Judith kennenlernte, die Tochter des früh verstorbenen Bad Rotenfelser SPD-Stadtrats Kurt Lehmann, war wohl schicksalhaft. Vier Jahre später hieß es "Back to the roots": Seit 2009 lebt die junge Familie mit den zwei Söhnen im Lehmann'schen Anwesen.

Seiner intensiven Vernetzung ist es zu verdanken, dass er seit einem Jahr nun "um die Ecke" zur Arbeit gehen kann: Schmoll nahm das Angebot zur Versetzung an die Realschule im Dachgrub mit Freuden an.

Nun ist er in Gaggenau auch musikalisch noch fester verwurzelt, als vielseitiger Musiker gefragter denn je. Seit Jahren bereits als Schlagzeuger aktiv in der Band "Sinner for one" aus Au am Rhein, gründete er den flexibler einsetzbaren Ableger "Viertel4our", zum Beispiel für Dirk Böhmers "Kindgenau" auf der Herbstmesse. Er gibt weiter Schlagzeug-Unterricht und sitzt in der Jury der Musikschule Gaggenau. Er brennt für seinen Beruf, in dem er als Musikpädagoge und mit seiner Schulband, für die er selber komponiert, menschlich ganz beglückende Zugänge zu den Schülern findet. Sein flapsiges Motto: "Eine große Klappe kann man haben, aber man muss auch liefern." Und das tut er.

Durch die Kommunion seines Ältesten hatte er zudem in diesem Jahr die musikalische Gestaltung der Kommunion- Gottesdienste der Seelsorgeeinheit Gaggenau übernommen. Mit Pfarrer Tobias Merz gibt es zahlreiche Projekte, so findet im Herbst die Neuauflage eines Rock-Gottesdienstes in St. Marien statt, den Merz mit Frank Herm initiiert hat - ebenfalls einer von "Andis" Wegbegleitern.

Fußballtrainer für die Mannschaft seines Sohnes ist er ganz nebenbei auch wieder. Aber Musik steht an erster Stelle, auch wenn es seit Mai kein Wochenende ohne mehrfache Auftritte gab. Und ohne das Organisationstalent seiner Frau würde es nicht funktionieren, schwärmt der fröhliche Musikus. Die Familie sei oft mit eingebunden, so etwa bei den Festen im heimischen Hof rund um das Backhäuschen, für das er längst unter Schwiegermutter Rosis Anleitung zum "Ofenknecht" avanciert ist.

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