Sehnsuchtsort Kilimandscharo

Sehnsuchtsort Kilimandscharo

Von Katharina Vogt

Forbach - Ein Jahr Vorbereitung und eine täglich steigende Vorfreude verbindet zurzeit sechs Freunde aus Forbach und Gausbach. Am 25. August steigen sie in Stuttgart ins Flugzeug und wollen sich gemeinsam einen Traum erfüllen: Auf die Spitze des Kilimandscharo wandern und richtig in die Safari-Welt Afrikas eintauchen. Und nach den ganzen Strapazen gibt es noch - sozusagen als Sahnehäubchen - ein paar Tage Urlaub an einem Traumstrand auf der Insel Sansibar im Indischen Ozean.

Jörg Bauer kam die Idee, einmal auf den Kilimandscharo zu steigen, bei der Hochzeitsreise nach Tansania. Bei seiner Frau stieß der Vorschlag allerdings auf wenig Begeisterung. Trotzdem ließ ihn der Gedanke nicht los und er erzählte vor gut eineinhalb Jahren seinen Kumpels von seinem Traum - und steckte die Freunde förmlich an. Warum eigentlich nicht eine Männertour planen? Florian Krämer, Philipp Gerstner, Tobias Rietz, Philipp Ruttau und Christian Schäfer beschlossen, das Projekt gemeinsam mit Jörg Bauer in Angriff zu nehmen. Schließlich gehen sie schon lange gemeinsam auf Mountainbike-Touren und fahren regelmäßig auf ihrer "Heimtrainingsstrecke" auf den Latschig. Die erste Hürde, im gewünschten Zeitraum auch gemeinsam Urlaub zu bekommen, war noch die kleinste Übung für die jungen Männer zwischen 25 und 34 Jahren. Aber als sie sich näher mit dem wohl berühmtesten und vor allem höchsten Berg Afrikas beschäftigten, wurde schnell klar: Was sie dort erwartet, ist zwar keine Himalaja Berg- und Klettertour, aber ein Spaziergang wird es auch nicht.

Wer den Kilimandscharo mit seinen 5 895 Metern bis zum "Uhuru-Peak" besteigen will, muss sich gut vorbereiten, denn ohne körperliche Fitness und genügend Ausdauer geht es nicht. Zwischenzeitlich hatte sich der Plan der Männergruppe im Bekanntenkreis herumgesprochen und sie erfuhren, dass bereits einige Murgtäler vor ihnen auf dem Kilimandscharo waren und bereitwillig ihre Erfahrungen teilten.

Nachts bis zu minus

20 Grad kalt

Auch ihre Reiseagentur, die auf solche Erlebnisreisen spezialisiert ist, ließ ihnen seitenweise Informationsmaterial zukommen, damit sie sich richtig vorbereiten können. Und das hieß - nachdem alle nötigen Impfungen gemacht waren - in erster Linie: Sport und Konditionstraining. Empfohlen werden wöchentliche, mehrstündige Wanderungen und Touren über mehrere Tage. Aber da hörte der Gruppenzwang der Jungs schon auf. Während manche von ihnen wanderten und joggten, setzten sich andere lieber noch mehr aufs Rad oder gingen ins Fitnessstudio und im Winter Skifahren und Schwimmen.

"Es gibt mehrere Routen bis zur Kilimandscharo-Spitze", erklärt Philipp Gerstner, und Jörg Bauer ergänzt: "Wir haben uns für die Machame-Route entschieden, das soll eine der schönsten sein." Acht Tage werden die Murgtäler brauchen, um auf den Berg hinauf und wieder hinunter zu laufen, inklusive einem Tag zur Höhenakklimatisierung. Gemeinsam mit den Trägern, die maximal zwölf Kilogramm für jeden tragen werden, muss das ganze Gepäck und Kleidung getragen werden. Für Verpflegung und Wasser ist unterwegs gesorgt.

Sie müssen ziemlich clever packen, denn sie starten in der tropischen Klimazone im Regenwald und müssen auf dem Berg nachts mit bis zu minus 20 Grad und Schnee rechnen. Die Packempfehlung ist lang: Isomatte, Schlafsack, Schuhe, Mütze, warme Handschuhe, Sonnen- und Regenschutz, Trekkingstöcke und vieles mehr. Damit die Ausrüstung den Anforderungen genügt, haben sie sich in einem Bergsportfachgeschäft in Kuppenheim mit dem nötigen (vor allem leichten) Equipment eingedeckt.

"Walk high - sleep deep!" (Geh hoch, schlaf tief) sei das Motto, erklärt Jörg Bauer: auch wenn tags viele hundert Höhenmeter nach oben führen, versucht man auf der Tour zum Schlafen wieder etwas tiefer zu kommen. "Wir haben alle keine Höhenerfahrung, schließlich sind wir keine Kletterer", erklärt Philipp Gerstner. Gerade deswegen haben sie vor einiger Zeit in der Schweiz auf dem Jungfraujoch auf 3 600 Metern übernachtet: "Zum Schauen, ob wir das gut vertragen." Der Test war erfolgreich, genauso wie der Hornisgrindemarathon, den sie zu Übungszwecken gemeinsam absolviert haben, sowie die Gernsbacher Runde (42,7 Kilometer) an einem Tag. "Technisch ist die Kilimandscharo-Tour nicht schwer, das ist keine Klettertour", erklärt Jörg Bauer.

In wenigen Tagen geht es los. Das Gepäck für die anschließende Safari und die Erholungstage am Indischen Ozean wird im Hotel deponiert. "Das wird der totale Kontrast", sind sich die Männer einig. Sie freuen sich, dass noch zwei ihrer Herzdamen dazu stoßen werden, um gemeinsam mit ihnen durch die Serengeti-, den Tarangire-, den Lake Manyara- und den Ngorogoro-Krater-Nationalpark zu fahren und dort vom Wasserbüffel bis zu den Flamingoschwärmen viele Tiere zu sehen.

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