Mit großem Engagement viel erreicht

Mit großem Engagement viel erreicht

Gernsbach (stj) - Das im Frühjahr 2009 ins Leben gerufene Bürgerprojekt "Stadtleitbild Gernsbach" begann mit fünf Projektgruppen (circa 80 Bürger), die sich bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit ambitionierte Ziele setzten. Einiges wurde realisiert, vieles nicht weiterverfolgt. Mit der Zeit kehrte bei den Beteiligten Ernüchterung ein, fast alle gaben ihr Engagement wieder auf. Die einzige Gruppe, die aus dem Stadtleitbildprozess bis heute aktiv ist, ist der Arbeitskreis Stadtgestaltung und Landschaftspflege. Nun, nach zehn Jahren, zieht auch er einen Schlussstrich.


"Wir freuen uns, dass wir im Laufe der Zeit gemeinsam viele Ideen entwickelt und der Stadtverwaltung sowie dem Gemeinderat vorgeschlagen haben", bilanziert Gisela Plätzer: "Vieles wurde umgesetzt, vieles blieb als Idee in der Schublade liegen oder wurde abgelehnt. Mit hohem Zeitaufwand, vielen Gesprächen und Diskussionen haben wir manches Ziel erreicht."

Mit 26 engagierten Bürgern war die Gruppe zunächst unter dem Namen "Tourismus-Freizeit-Sport-Gesundheit-Umwelt" aktiv; zuletzt kümmerten sich neben Plätzer noch Birgit Basedow, Stefan Eisenbarth, Eugen Franke, Peter Uebel, Beate Benning-Gross, Frank Gerloff und Antje Beduhn um Themen der Stadtgestaltung und Landschaftspflege. Entsprechend dieser Hauptbetätigungsfelder wurde die Gruppe 2013 umbenannt.

Erfolgreiche Projekte, die vom AK Stadtgestaltung und Landschaftspflege initiiert worden sind, gibt es einige. Die Sanierung der vier Altstadtbrunnen zum Beispiel, die man - unterstützt durch ein Fachgutachten - auf den Weg gebracht hat. Besonderes Augenmerk legte die Gruppe stets auf die Verbesserungen des Erscheinungsbilds der Stadt, vor allem auch durch Blumenschmuck. Im Kurpark haben die engagierten Bürger die alte Schachfläche entfernt.

Großes Engagement erforderte im Bereich der Landschaftspflege die Bestandsaufnahme mit aufwendiger Foto- Dokumentation von mehr als 150 Grundstücken, die nicht mehr gepflegt wurden, die vielfach mit nicht genehmigten Hütten bebaut waren, illegale Zäune aufwiesen und oft Müllhalden glichen. "Leider wurde hier nur wenig zur Verbesserung in Angriff genommen", beklagt Plätzer rückblickend.

Die Bemühungen, in der Altstadt eine "gemäßigte" Fußgängerzone einzurichten, waren ebenso wenig von Erfolg gekrönt wie die Bestandsaufnahme von Maßnahmen, die zur Verbesserung der Barrierefreiheit im innerstädtischen Bereich geführt hätten. Auch der zunehmenden Verschmutzung durch Hundekot nahm sich der AK Stadtgestaltung und Landschaftspflege an und machte den Vorschlag, jährlich mit den Hundesteuerbescheiden eine übersichtliche Broschüre über Rechte und Pflichten der Hundehalter herauszugeben - "was aber nur einmal geschah", ärgert sich Plätzer.

In der Altstadt setzte sich der Arbeitskreis unter anderem für eine Geschwindigkeitsmesstafel und verstärkte Parkkontrollen ein, außerdem für die Überarbeitung der Gestaltungssatzung (Baumaßnahmen). Das letzte erfolgreiche Projekt waren die Informationsschilder für die Murginsel, die jüngst angebracht wurden (wir berichteten).

"Wir hoffen für die Zukunft, dass sich besonders auch jüngere Bürger finden, die sich mit Tatkraft und Durchhaltevermögen für Verbesserungen in unserer Stadt außerhalb des Gemeinderats einsetzen", betont Gisela Plätzer abschließend.

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