Eine Reise durch 100 Jahre Hockey-Geschichte

Eine Reise durch 100 Jahre Hockey-Geschichte

Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - 100 Jahre bewegte Geschichte ließ der Hockeyklub Gernsbach (HCG) am Samstag Revue passieren. Eine Zeitspanne, die stellenweise aufregend und mit vielen spannenden Einschnitten verlief. Die Stärke des Vereins gründet jedoch in der Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Damit begrüßte Vorsitzender Rüdiger Beduhn die Besucher des Festakts zum Jubiläum. Festredner Armin Böck führte diese an die Anfänge des Clubs zurück. Das Duo "Simple Sound" umrahmte die Feier musikalisch.

Viele bekannte Gesichter, Weggefährten und Unterstützer konnten Beduhn und Böck an diesem Vormittag in der Stadthalle willkommen heißen. Fast kein Stuhl blieb unbesetzt. Der Festakt sollte das Jubiläumsjahr abrunden. Böck lud die Gäste ein, ihm in die Vergangenheit zu folgen. In Wort und Bild nahm er das Publikum mit auf eine Reise durch 100 Jahre Hockey-Geschichte in Gernsbach. So manche Bildsequenz löste Heiterkeit aus. Heute unvorstellbar, aber 1947 an der Tagesordnung, war die Aufforderung an die Teilnehmer des ersten Pfingstturniers, Kartoffeln mitzubringen, weil ansonsten die Versorgung nicht gesichert werden könne.

An den Start ging der Club 1919. Ein Bericht, erschienen in "Der Murgtäler" am 1. Oktober 1919, einer der Wurzeln des Badischen Tagblatts, legte dar: "Die Gernsbacher Jugend der oberen Klassen der hiesigen Realschule verlegt sich zurzeit auf die Ausübung eines Sports, der in unserer heutigen Jugend noch unbekannt ist und von England übernommen wurde. Jeden Sonntagvormittag kann man sie auf dem hiesigen Sportplatz beobachten, wie sie diesen frischen, gesunden und jeder Rohheit abholden Sport ausüben."

Böck skizzierte die Erfolge des Vereins in den 1950er Jahren und die legendäre Fahrt nach Spanien 1953. Platzbau (1956), Clubhausbau (1969) und die Gründung einer Jugendmannschaft (1967), deren Spieler später einmal sportlich Furore machen sollten, waren weitere Höhepunkte des Vereinsgeschehens, dessen Höhen und Tiefen Böck Revue passieren ließ. Er berichtete von badischen Meistertiteln und deutschen Meisterschaften, ebenfalls erinnerte er an Trainer Herbert Martin und Kassierer Helmut Kulke, prägende Figuren des Vereins.

100 Jahre Geschichte beinhalten aber auch die eine oder andere Niederlage. Ein besonders herber Einschnitt für den Verein bedeutete der Tod von Gustav Kastel. Er wurde von einer Hockeykugel so unglücklich am Kopf getroffen, dass er später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Mit der Vergabe des Gustav-Kastel-Gedächtnispokals an die Sieger des Pfingstturniers erinnert der Verein jährlich an den verdienten Hockeyspieler.

Sechs Mannschaften (Mädchen B, Knaben C und B, weibliche Jugend, Damen und Herren) bestreiten Verbandsspiele. 100 Jahre Leidenschaft für den Hockeysport bedeuten auch 100 Jahre ehrenamtliche Arbeit.

Der Verein leiste einen Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt. Die Pfingsturniere haben einen festen Platz im Veranstaltungskalender, gratulierte Bürgermeister Julian Christ dem Club. Als Geschenk überreichte er Beduhn 400 Euro als Jubiläumsgabe.

Zu den Gratulanten zählte auch der Präsident des Hockeyverbands Baden-Württemberg, Frank Lederbach. Als Hockeyspieler fährt man durch die Republik und manchmal auch ins Ausland und ist doch überall zuhause. "Dieses Zuhause gestaltet ihr mit", lobte er den Jubilar.

Dem Gesagten konnte der Vorsitzende des Fördervereins, Detlef Imse, nur beipflichten: Irgendwo treffe man immer einen Hockeyspieler, der schon in Gernsbach war. Mit einem herzhaften "Guten Morgen Gernsbach" - dem Morgengruß während des Pfingstturniers, trat er ans Rednerpult. Imse sagte: "Der Verein ist mehr als die Sportart", entscheidend sei ebenso die Freundschaft und die Gemeinschaft drum herum.

Ein weiteres Grußwort im Namen der Gernsbacher Vereine sprach Dieter Luft vom Skiclub. Er wünschte dem HCG eine lebendige, harmonische und sportliche Zukunft.

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