Freiwillige im Einsatz für Wald und Umwelt

Freiwillige im Einsatz für Wald und Umwelt

Von Markus Mack

Forbach - Von der Landschaft im Nordschwarzwald sind die Teilnehmer des Bergwaldprojekts begeistert. Die Steillage im Forbacher Gemeindewald beim Holländerweg fordert allerdings Konzentration und Kondition - wegen der Rutschgefahr. Dort neben der Rohrbahn der EnBW ist eine Gruppe von zehn Freiwilligen aus ganz Deutschland im Einsatz, um eine Freifläche von einem Hektar wieder aufzuforsten.

Der Fichtenbestand wurde gefällt, eine Ursache war der Borkenkäferbefall, wie Revierleiter Bernhard Ott erläutert. Die dortige Naturverjüngung wird mit 500 europäischen Lärchen ergänzt, um einen Mischwald zu erhalten, "der mit den Trockenperioden besser klar kommt. Die Lärche ist eine alternative Mischbaumart", informiert der Förster. Seit 40 Jahren sei Ziel, im Gemeindewald weg von der Monokultur Fichte zu kommen und den Mischwald zu fördern. Gepflanzt werden dazu Douglasie, Atlas-Zeder, Eibe, Buche und eben Lärche. Diese Baumarten kommen auch besser mit den sich wandelnden Klimaverhältnissen zurecht.

Die Teilnehmer am Bergwaldprojekt bilden eine bunte Gruppe im Alter von 13 bis 61 Jahren. Bei der Vesperpause genießen sie die wärmende Herbstsonne. "Das ist eine gute Sache", sagt der 61-jährige Wilhelm Pieant. Der Krefelder ist erstmals dabei, zusammen mit seinem Sohn Pascal.

Anstrengende Arbeit

im Steilhang

Die Arbeit sei schon anstrengend, gibt er lächelnd zu. Mit einer Wiedehopfhaue werden die Pflanzlöcher im Steilhang gegraben und darin die Jungpflanzen gesetzt. "Aber man muss ja abends etwas spüren, und man macht was für Wald und Umwelt."

Stephanie Behrendt kommt mit ihrer Tochter Klara, die gerade Herbstferien hat, aus der Nähe von Dresden in den Schwarzwald. Auch sie motiviert der Wunsch, für die Umwelt etwas Gutes zu tun, "und wir waren noch nie hier".

Lena Hess ist Studentin für Ökologie und Umweltplanung. Die 22-jährige Berlinerin absolviert derzeit ein Praktikum beim Verein Bergwaldprojekt.

Dieser hat seinen Sitz in Würzburg und organisiert Freiwilligen-Wochen in ganz Deutschland mit jährlich etwa 2 500 Helfern. 2019 finden 117 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten statt. Zusätzlich zur praktischen Arbeit fand gestern ein Exkursionsnachmittag mit Förster Ott statt, um die vielfältigen Aspekte des Waldes und deren Bedeutung näher zu erläutern. Untergebracht ist die Gruppe in der Kreuzbrunnenhütte, dort sorgt eine Köchin für die Verpflegung der Teilnehmer.

Projektleiter Jan Köhl ist ebenfalls erstmals in Forbach. Die Teilnehmer suchen sich das Projekt aus, an dem sie mitarbeiten wollen, erläutert er. Die Nachfrage sei steigend. Wichtig seien nicht nur die konkrete Arbeit im Wald bei Wiederaufforstungen und anderen Einsätzen, sondern auch die Erläuterungen über Hintergründe und Zusammenhänge in der Natur - und das Gemeinschaftsgefühl, das sich während der Arbeitswoche entwickle.

Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helfern. "Wir freuen uns sehr über den Einsatz." Die Kosten für Verpflegung der Teilnehmer und deren Quartier übernimmt die Gemeinde.

Sein Försterkollege Andreas Wacker hatte die Arbeit des Vereins in den Alpen kennengelernt und den Kontakt nach Forbach vermittelt, berichtet Bernhard Ott. Seit 1994 werden regelmäßig Projekte in der Murgtalgemeinde durchgeführt.

Die Kosten der Pflanzen der aktuellen Aktion werden von einem Kooperationspartner des Bergwaldprojekts, einer französischen Kosmetikfirma, gesponsert. Weitere Pflanzungen im Forbacher Gemeindewald sind noch geplant. 100 Eiben, 800 Edelkastanien und 1 000 Atlaszedern werden laut Bürgermeisterin Buhrke die Gemeinde-Forstarbeiter noch pflanzen.

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