PFC-Belastung: "Mithin die höchsten Werte seit Ende August 2014"

PFC-Belastung: 'Mithin die höchsten Werte seit Ende August 2014'

Gernsbach / Kuppenheim (stj) - In einem offenen Brief hat sich die Bürgerinitiative Sauberes Trinkwasser für Kuppenheim an die beiden Vorsitzenden des Wasserversorgungsverbands Vorderes Murgtal (WVV), die Bürgermeister Julian Christ und Karsten Mußler, gewandt und sie dazu aufgefordert, endlich die versprochenen Maßnahmen zur Reduzierung der PFC-Belastung im Trinkwasser umzusetzen. Denn entgegen der in den jüngsten Verbandssitzungen öffentlich getätigten Aussagen, man habe es nur noch mit "sehr niedrigen Konzentrationen" im Trinkwasser zu tun, sei die Belastung des Netzwassers laut Bürgerinitiative "seit 2015 wieder kontinuierlich gestiegen". Insbesondere der 2014 reaktivierte Brunnen fünf weise inzwischen erhebliche PFC-Belastungen auf, das hätten entsprechende Untersuchungen in diesem September ergeben: "Mithin die höchsten Werte seit Ende August 2014", betont die Bürgerinitiative.

Sie verweist darauf, dass es angesichts dieser Werte und der Tatsache, dass bei der Bevölkerung durch die zwischenzeitlich durchgeführte Blutuntersuchung eine deutliche PFC-Belastung im Blut nachgewiesen wurde, nicht mehr nachzuvollziehen sei, dass den Einwohnern Wasser zugemutet werde, das die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) abgeleitete tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge sogenannter PFOA (Perfluoroctansäure) bei weitem übersteige. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) habe sich der neuen Einschätzung der EFSA angeschlossen und die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge um den Faktor 1 750 gesenkt.

"Das hat erhebliche Auswirkungen, insbesondere Säuglinge und Kleinkinder überschreiten die empfohlenen Höchstwerte bis zu 900 Prozent", behauptet die Kuppenheimer Bürgerinitiative: "Gerade Eltern von Säuglingen befinden sich in einem Dilemma: Bereitet man die Babynahrung mit dem Trinkwasser zu, belastet man das Kind erheblich mit PFOA , stillt man das Kind, wird die zweifellos vorhandene Belastung im Blut der Mutter durch das Stillen auf den Säugling übertragen."

Die Stadt Gernsbach teilt auf BT-Anfrage zum Sachverhalt folgendes mit: "Wir haben als Verband stetig Maßnahmen zur Garantie der Trinkwasserqualität auf den Weg gebracht", unter anderem die Ersatzwasserversorgung in Kuppenheim, die in Kürze in Betrieb gehe, und die in Planung befindliche Ersatzwasserversorgung für Gernsbach.

"Das berechtigte Anliegen der Bürgerinitiative, sich für die Qualität unseres Trinkwassers einzusetzen, unterstützen wir gerne, da auch für uns die Qualität der Wasserversorgung oberste Priorität hat", betont die Stadt: "Selbstverständlich werden wir auch die im offenen Brief aufgestellten Fragestellungen beantworten, bitten aber um etwas Geduld, da der Sachverhalt äußerst komplex ist und wir uns auch verbandsintern austauschen und das weitere Vorgehen besprechen möchten."

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