Ein Akt der Solidarität

Ein Akt der Solidarität

Von Veronika Gareus-Kugel

Forbach - Eine echte Überraschung erlebte Christian Striebich am Samstag angesichts der Solidarität von Forbacher und Gausbacher Bürgern mit ihm und seinen Tieren: Mehr als 20 Personen fanden sich morgens beim Winterstall ein, um dabei mitzuhelfen, einen Wolf-Schutzzaun zu installieren. Ein Mutterschaf und dessen ungeborenes Lamm sowie eine Ziege fielen vor nicht allzu langer Zeit in diesem Bereich dem Wolfsrüden GW 852m zum Opfer (wir berichteten). Ein Schafhalter aus Langenbrand hatte vier tote Schafe zu beklagen.

Gemeinderätin Heike Schillinger brachte es auf den Punkt: "Wir können Christian nicht alleine stehen lassen. Wenn alle ein bisschen zusammenhalten, ist der Zaun schnell errichtet." Sie ergänzte, dass es wenig Sinn mache, Geld in einen Winterstall zu investieren und dann die Tierbesitzer mit ihren Problemen alleine zu lassen. Als Freundschaftsdienst betrachtete die Tätigkeit Gemeinderatskollege Jörg Bauer.

Die Aufgabe, der sich die Helferschar zu widmen hatte, sollte keine leichte sein. Das Gelände unterhalb des Tennetwegs und des mittleren Wegs ist steil und herausfordernd. Insgesamt sind zehn Hektar Weidefläche auf diese Weise zu schützen. Ein Projekt, das mehr als eines Einsatzes bedarf.

Zwei Gruppen machten sich auf den Weg, um die Voraussetzungen für den Schutzzaun zu schaffen. Um diesen später besser installieren zu können, mussten zunächst die normalerweise stromführenden Litzen am alten Zaun entfernt werden. Auch zu kurze Pfosten müssen weichen und die Isolatoren herausgeschraubt werden, lautete eine der Anweisungen Striebichs.

Das am meisten nachgefragte Werkzeug war deswegen der Akkuschrauber. Statt einem Meter, wie der bisherige Weidezaun, misst der neue Wolfschutzzaun in der Höhe rund 1,20 Meter. Die erste untere Stromlitze befindet sich in einem Abstand von 20 Zentimeter zum Boden, erklärte Striebich im BT-Gespräch. Darüber folgen vier weitere stromführende Litzen. Orientierungshilfe, in welchem Abstand diese anzubringen sind, gab eine mit Einkerbungen versehene Latte.

Innerhalb der Förderkulisse Nordschwarzwald übernimmt das Land 90 Prozent der Kosten, die Schaf-, Ziegen und Gehegewildhaltern bei der Anschaffung von Materialien für Herdenschutz-Maßnahmen entstehen. Dazu zählt unter anderem die lückenlose Umzäunung der Weideflächen mit Elektrozäunen, informiert das Umweltministerium Baden-Württemberg. Zur Kostendeckung hat die Gemeinde Forbach Mittel aus dem Fördertopf "Wolfsprävention" des Landes beantragte. Das erklärte Bürgermeisterin Katrin Buhrke. Sie zeigte nicht zum ersten Mal vollen Einsatz für den Herdenschutz und signalisierte Unterstützung für die Forbacher Tierhalter.

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