Idee kommt bei lockerer Stammtischrunde auf

Idee kommt bei lockerer Stammtischrunde auf

Von Stephan Juch

Gernsbach - Es war im Jahr 1994, als bei Mitgliedern des Musikvereins Harmonie Staufenberg in einer lockeren Stammtischrunde die Idee aufkam, unterm Weihnachtsbaum ein paar Adventslieder zu singen. Aber Hubertus Nees, damaliger Wirt im "Merkurstüble", wollte mehr: "Wenn wir was machen, dann was G'scheites", lautete sein Motto. Damit wollte er öffentliches Adventsliedersingen unterm dörflichen Weihnachtsbaum nicht kleinreden, vielmehr wollte er die vorweihnachtliche Aktion auf breitere Füße stellen: Die Vision des Staufenberger Nikolausmarkts war geboren. Am kommenden Wochenende steht nun die 25. Auflage bevor.

"Schon damals war im Vorfeld nur eine Orga-Sitzung notwendig - und das Ding läuft", erzählt Rudi Seifried von den Vorbereitungen auf den ersten Nikolausmarkt. Schon damals, im Jahr 1995, lockten mehr als 20 Buden auf den Parkplatz der Merkurhalle. Die Stammtischrunde, aus der die Veranstaltung hervorging, hatte im Vorfeld alle Staufenberger Vereine angeschrieben, zahlreiche Bürger und Institutionen angesprochen - und die Resonanz war groß.

Seifried, ein Mann der ersten Stunde, der 20 Jahre lang die organisatorischen Fäden in der Hand hielt, blickt im BT-Gespräch zufrieden auf das vergangene Vierteljahrhundert zurück. "Die Vereine haben das bis heute aufrechterhalten. Wir haben eine tolle Gemeinschaft", freut sich der langjährige Stadtrat der Freien Bürgervereinigung.

Er, Nees, dessen Sohn Mathias, Patrik Kornmann und Jörg Kugel waren der erste Organisationskern des Staufenberger Nikolausmarkts. "Ganz wichtig war von Anfang auch die Feuerwehr", betont Seifried, die stets mit vielen Kameraden im Einsatz war für den Nikolausmarkt - "und das nicht nur zum Holen von Tannenreisig", verweist er auf die Stände, die die Floriansjünger (Jugend und Aktive) betreiben, auf ihre Hilfe bei der Müll-Entsorgung und vieles mehr. Auch der Kochclub "Die Topfgucker Staufenberg" sei immer sehr aktiv gewesen, nicht nur mit einem großen Stand.

Das größte Erfolgsrezept sei aber über all die Jahre die Zuverlässigkeit aller Teilnehmer, der konstant gebliebene Termin rund um den ersten Advent und die stets idyllische Atmosphäre. Das habe dazu geführt, dass viele den Termin Jahr für Jahr gleich rot im Kalender anstreichen, wie Gabi Kienzle berichtet. Sie ist seit rund zehn Jahren im Organisationsteam und hat den Job von Seifried übernommen. "Der Nikolausmarkt ist weit über die Grenzen des Murgtals hinaus bekannt - und das nicht erst seit letztem Jahr, als SWR 4 eine Stunde lang live aus Staufenberg sendete ", freut sich die Kommunalpolitikerin, die ebenfalls für die Freien Bürger im Gernsbacher Gemeinderat sitzt, und erzählt von Stammgästen aus dem Elsass, der Pfalz oder aus Ettlingen.

Zusammen mit Platzmeister Patrik Kornmann und Christin Duncan sowie den zwei Elektrikern Günther Kornmann und Dirk Bock bildet Kienzle die Aktionsgemeinschaft Nikolausmarkt. Auch heuer war wieder nur eine vorherige Sitzung notwendig, um die Voraussetzungen für die 25. Auflage zu schaffen. Ein großes Dankeschön richtet Kienzle an alle Sponsoren, "ohne die wir den Markt nicht mehr machen könnten".

Heute Aufbau, Montag "wieder alles vorbei"

Heute geht der Aufbau über die Bühne, anschließend schmücken die Standbetreiber ihre Buden und Stände, ehe am Samstag, 30. November, um 16 Uhr Marktbeginn ist. Montag wird abgebaut, in zwei Stunden sei das erledigt. Da sitzt jeder Handgriff, lachen Kienzle und Seifried; "danach ist gemeinsames Vesper" angesagt und alles ist schon wieder vorbei. "Wahnsinn", meinen die Zwei und freuen sich darüber, dass dieser aus einer lockeren Stammtisch-Idee hervorgegangene dörfliche Höhepunkt nun schon in der 25. Auflage über die Bühne geht.

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