Letzte Ruhe unter Schwarzwaldbäumen

Letzte Ruhe unter Schwarzwaldbäumen

Von Markus Mack

Forbach - Die letzte Ruhe unter Bäumen - in einem Friedwald ist diese möglich. Im Forbacher Gemeinderat stellte bei der Sitzung am Dienstagabend Hans-Adam von Schultzendorff das Friedwald-Konzept vor. Auf Anregung von Burkhard Freiherr von Ow-Wachendorf, Verwaltungsratsmitglied bei der Murgschifferschaft, soll er in einem Bereich der Waldgenossenschaft bei der Herrenwieser Schwallung eingerichtet werden. Der Rat votierte einstimmig für das Vorhaben.

60 Friedwälder unterhält das im hessischen Griesheim ansässige Friedwald-Unternehmen, der nächstgelegene in der Region ist in Rheinau-Memprechtshofen. Seit 2011 betreibt die Firma einen Friedwald bei Tübingen auf seinen Waldflächen, so von Ow-Wachendorf. Er habe der Murgschifferschaft den Vorschlag gemacht, einen solchen auch bei Forbach einzurichten.

Von Schultzendorff stellte das Friedwaldkonzept vor. Dort gibt es Urnenbestattungen unter Bäumen, an diesen werden Namenstafeln der Verstorbenen angebracht. Der Friedwald sei ein gewidmeter "öffentlich-rechtlicher Friedhof", so von Schultzendorff. Der Wald an sich bleibe als Erholungsgebiet weiterhin nutzbar.

Bestattungen in Friedwäldern nehmen zu, ein Zeichen der sich wandelnden Bestattungskultur in Deutschland. Es sei ein "zeitgemäßes Angebot", wenn keine Angehörigen für die Grabpflege vorhanden sind, die Pflege übernimmt die Natur. Der Friedwald sei ein Ort für die Trauer, ein Andachtsplatz ist Bestandteil der Anlage.

Auf etwa 20 Hektar Fläche könne der Friedwald eingerichtet werden. Zunächst sind Parzellen von rund 1,5 Hektar Fläche vorgesehen, die nach und nach belegt werden können. Je nach Bedarf würden dann weitere Parzellen ausgewiesen. Zwei Arten von Ruhestätten gibt es. Entweder einen ganzen Baum, um den auch später die Familienmitglieder beigesetzt werden können, oder einen Gemeinschaftsbaum. Welcher Baum für welche Bestattungsart geeignet ist, legen Friedwald-Förster fest. Vornehmlich Laubbäume sind gefragt. Grabschmuck wie Kerzen oder Blumen gebe es im Friedwald nicht.

Bei einem Einzugsgebiet von rund 5 000 Einwohnern, der Größe von Forbach, rechnet von Schultzendorff mit einer Bestattung pro Jahr. Bei einem Umkreis von 30 Kilometern mit rund 534 000 Einwohnern werden 107 Bestattungen jährlich, im Umkreis von 20 Kilometern bei 250 000 Einwohnern etwa 52 Bestattungen jährlich kalkuliert. Allerdings - in Friedwäldern kann bestattet werden, wer das wolle, er müsse nicht aus der Region sein. Der Friedwald kann nur von einer Kommune oder Kirche beantragt werden. Für die Sicherheit ist der Waldbesitzer, in diesem Fall die Murgschifferschaft, verantwortlich. Für die Gemeinde entstehen keine Kosten.

Seitens der Kirche gebe es keine Einwände gegen einen Friedwald, informierte Bürgermeisterin Katrin Buhrke im Rat. Die Gemeinde beantragt bei den zuständigen Behörden die Einrichtung eines Friedwalds. Nach der Genehmigung sollen die erforderlichen Verträge geschlossen werden.

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