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Europawahl: Grüne vor der SPD
Europawahl: Grüne vor der SPD
26.05.2019 - 18:24 Uhr
Baden-Baden (dpa) - Historische Wahlniederlagen für SPD und Union. Großer Gewinner sind nach den Hochrechnungen die Grünen: Sie lösen zum ersten Mal bei einer bundesweiten Wahl die SPD als zweite Kraft ab und gewinnen als Machtfaktor deutlich an Gewicht. Auch europaweit haben Christdemokraten und Sozialdemokraten verloren, Rechte dagegen hinzugewonnen.

In Deutschland kamen CDU/CSU in Prognosen von ARD und ZDF nur noch auf 27,7 bis 27,9 Prozent, nach 35,3 Prozent vor fünf Jahren. Die SPD stürzte laut Prognosen von 27,3 auf 15,6 Prozent. Beides waren historische Tiefstände. Die rechtspopulistische AfD legte von 7,1 auf etwa 10,5 Prozent zu. Die FDP blieb laut Prognose mit 5,5 Prozent nur wenig über ihrem Ergebnis von 3,4 Prozent 2014.

Grüne überholen SPD

Die Grünen waren laut Prognosen in Deutschland mit 20,8 bis 21,8 Prozent zwar die Gewinner der Wahl und überholten erstmals die SPD bei einer bundesweiten Wahl. Aber die Grünen können europaweit keine allzu großen Zugewinne erwarten. Auf Deutschland, wo es knapp 65 Millionen Wahlberechtigte gibt, entfallen 96 Sitze im EU-Parlament.Die Wahlbeteiligung hat auf etwa 60 Prozent (48,1) stark zugelegt.

Region liegt im Trend

Deutliche Verluste für die CDU und SPD, hohe Zugewinne für die Grünen: Auch die Ergebnisse in Mittelbaden liegen im bundesweiten Trend:

Im Stadtkreis Baden-Baden verlor die CDU nach dem vorläufigen Ergebnis gut sechs Prozent und kam auf 32,0 Prozent. Die SPD halbierte ihr Ergebnis von 2014 nahezu und rutschte auf 12,3 Prozent ab, während die Grünen ihren Anteil fast verdoppeln konnten und 25,8 Prozent errangen. Die AfD konnte sich laut auf 9,6 Prozent verbessern, die FDP legte um gut zwei Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zu, während die Linke mit 2,6 Prozent auf dem Niveau von 2014 verlieb. Die Wahlbeteiligung war mit 61,7 Prozent) deutlich höher als vor fünf Jahren (47,5 Prozent).

Im Landkreis Rastatt büßten CDU und SPD jeweils knapp zehn Prozent ein, während die Grünen diese zulegen konnten. Die CDU kam auf 33,5 Prozent, die SPD auf 13,7. Die Grünen errangen 20,6 Prozent. Die AfD verbesserte sich um knapp drei auf 11,6 Prozent, die FDP legte um gut drei auf 5,7 Prozent zu, während die Linke mit 2,4 Prozent sogar noch einen leichten Rückgang verbuchen musste.

Die Einzelergebnisse der Orte in Mittelbaden gibt es hier:

Homepage Landkreis Rastatt

Homepage Stadt Baden-Baden


Südwesten: Grüne legen zu, CDU bleibt vorne

Auch in Baden-Württemberg büßen CDU und SPD kräftig ein, während die Grünen deutlich zulegen. Allerdings bleibt die Union im Südwesten weiterhin stärkste Kraft. Nach der SWR-Hochrechnung vom Sonntagabend erreicht die CDU 29,8 Prozent - das sind 9,5 Prozentpunkte weniger als 2014. Die SPD kommt auf 13,7 Prozent, was einem Verlust von 9,3 Punkten entspricht. Die Grünen legen 11,7 Punkte zu und kommen auf 24,9 Prozent.
Die AfD verzeichnet 9,2 Prozent (plus 1,3 Punkte), die FDP 7,1 Prozent (plus 3,0 Punkte). Nahezu unverändert im Vergleich zur Wahl von 2014 ist mit 3,4 Prozent das Ergebnis für die Linke (minus 0,2 Punkte). Das vorläufige amtliche Endergebnis der Europawahl in Baden-Württemberg wurde am späten Sonntagabend, ab 23 Uhr, erwartet.
Mehr als 8,5 Millionen Menschen im Südwesten waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag nach ersten SWR-Zahlen bei 62,0 Prozent - nach 52,1 Prozent 2014.

EVP und S+D ohne Merheit?

Europaweit dürften die christdemokratische Parteienfamilie EVP und die Sozialdemokraten der S+D laut Umfragen vor der Wahl künftig deutlich schwächer unter den 751 Europaabgeordneten vertreten sein. Erstmals könnten sie gemeinsam keine Mehrheit haben. Die Liberalen, die sich mit der erstmals angetretenen Partei LREM des französischen Präsidenten Emmanuel Macron verbünden wollen, dürften dafür erheblich stärker werden.

Le Pen setzt sich in Frankreich durch

In Frankreich setzte sich die rechtspopulistische Partei Rassemblement National von Marine Le Pen einer ersten Hochrechnung zufolge durch. Le Pens Partei erhielt rund 24,2 Prozent der Stimmen, wie der Nachrichtensender BFMTV am Sonntag nach Schließung der Wahllokale berichtete. Die Liste der Regierungspartei La République en Marche (LREM) von Staatschef Emmanuel Macron kam demnach auf 22,4 Prozent.

Jubel bei den Grünen

Das Bild zeigt Annalena Baerbock (Mitte), Grünen-Vorsitzende, und Sven Giegold, Abgeordneter der Grünen im Europaparlament, nach der Bekanntgabe der ersten Prognose.

Foto: Foto: Kay Nietfeld/dpa

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