"Ich wünsche mir die Fintierer wieder zurück"
'Ich wünsche mir die Fintierer wieder zurück'
14.06.2018 - 10:28 Uhr
Baden-Baden (red) - Es geht endlich los! Der Ball rollt ab heute bei der Fußball-WM in Russland, Dietmar Blicker, Hochschulsportleiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wird das Spektakel begleiten und in seiner WM-Kolumne den wichtigsten Fragen rund um das Ereignis für das Badische Tagblatt auf den Grund gehen.

Hallo Freunde der benetzten Rechtecke, wir sind Weltmeister! Das nimmt uns keiner mehr. Oder vielleicht doch? Jeder erinnert sich an die gefühlt 241. Spielminute im ewig jungen Duell gegen die Gauchos oder Messis oder wen auch immer: "Schürrle....Götze.... mach ihn...er macht ihn... Mariooo Gööötze", Ihr wisst schon! Also gut, das Gefühl nimmt uns keiner mehr, den Pokal (vielleicht) schon. Und der Confed Cup gehört uns ja auch noch. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich darf also in den nächsten Wochen die Fußball-WM in Russland für Euch "beblickwinkeln". Na ja, auf jeden Fall besser als 2022 in Katar. Die Russen mögen keine klimatisierten Stadien haben, dafür aber wenigstens eine bestehende Fußballkultur. Viele werden unsere 4-Sterne-Jungs jagen: Panama, Costa Rica, Iran, Brasilien...

"Ich wünsche mir Spieler wie Jürgen Kohler zurück"

Aber jetzt mal im Ernst: Die Mannschaften rücken leistungsmäßig verdammt eng zusammen - im Prinzip so, wie die Menschen 1966 auf den einfarbigen Dreisitzer-Sofas, um das klare Nicht-Tor von Geoff Hurst auf einem zwei Quadratzentimeter großen Röhrenbildschirm zu beglotzen. Heutzutage weiß doch jeder, wie man gegen den Ball spielt - sogar mein Hund. Aber was die Jungs mit dem Ball anfangen, das wird wie so oft den Unterschied ausmachen. Ich wünsch mir die Individualisten zurück, die Vernascher des letzten Drittels, die Fintierer, kurz: Spieler wie Jürgen Kohler. Wie hat Lucien Favre vor kurzem in einem Interview so treffend gesagt: "Für mich ist es notwendig, Spieler in den Reihen zu haben, die dribbeln können, weil sie jederzeit den Unterschied machen. Den Unterschied nur mit Pässen zu machen, ist fast unmöglich." Recht hat er, der neue Südtribünen-Herrscher aus dem Ruhrpott. Hoffen wir also, dass nicht nur die Anzahl der Twitter-Abonnenten den Unterschied der 32 Teams ausmachen. Apropos 32 Teams: Zum Glück gibt es erst zur WM 2026 die Aufstockung auf 48 Teams. Wer braucht denn so was? Die WM-Vorrunde spielt dann Mikronesien gegen Aruba? Nichts gegen Beachsoccer, aber was zu viel ist, ist der FIFA nie genug.

Wie oft wird wohl der Videobeweis eingesetzt

Aber halt, erst mal ziehen wir das Ding 2018 durch, ab heute brennt die Babuschka und die Balalaika wohl gleich mit: In Gruppe A gibt's gleich mal Butter bei die Fische, wenn im Eröffnungsspiel der Gastgeber auf die Saudis trifft. Wird wohl gleich das Spiel um Platz zwei, an den beißfesten Urus geht meiner Meinung nach trotz gemischtem Salah aus Ägypten kein Weg vorbei. Der Videobeweis wird uns wohl eines Besseren belehren...

Kann man eigentlich auch Wetten abgeben, wie oft der Videobeweis bei der WM Spiele entscheiden wird? Wenn sowieso alle Mannschaften ab dem Achtelfinale nahezu gleichstark sind, wird das Wetten auf der einen Seite schwerer kalkulierbar, könnte allerdings auch finanziell lukrativer werden. Man kann ja heutzutage auf alles wetten. Ich habe bei Oliver Kahns Wettbüro darauf gewettet, dass Jogi sich ab dem Halbfinale wieder in der Hose statt auf dem Kopf kratzt. Alles ist möglich in den nächsten vier Gazprom-Wochen.

In diesem Sinne und aus diesem Blickwinkel, ich freu mich auf die Spiele und wünsch uns eine schöne WM!

Zur Person: Der 47-jährige Dietmar Blicker ist Hochschulsportleiter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ein ausgewiesener Fußball-Fachmann. So war er zehn Jahre lang Trainer des Verbandsligisten 1. SV Mörsch, bevor er ab kommender Runde beim ATSV Mutschelbach das Kommando an der Seitenlinie übernimmt. Zudem ist Blicker im Nachwuchsleistungszentrum des Fußball-Drittligisten Karlsruher SC für die Qualitätssicherung zuständig.

Grafik: BT

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