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Löws Konsequenz: Khedira raus, Schneider versetzt
Löws Konsequenz: Khedira raus, Schneider versetzt
29.08.2018 - 14:11 Uhr
München (dpa) - Joachim Löw hat auf die WM-Blamage von Russland mit der Versetzung von Co-Trainer Thomas Schneider, dem Verzicht auf Ex-Weltmeister Sami Khedira und der Berufung von drei Talenten reagiert. Zudem nominierte der Bundestrainer am Mittwoch für den Saisonauftakt der deutschen Nationalmannschaft am 6. September in München gegen Weltmeister Frankreich und drei Tage später in Sinsheim gegen Peru in Leroy Sané, Jonathan Tah und Nils Petersen die drei Feldspieler, die er kurz vor der WM noch gestrichen hatte.

Insgesamt sind beim Neubeginn noch 17 Spieler aus dem WM-Kader dabei. Dazu kommen die Länderspiel-Neulinge Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Nico Schulz (1899 Hoffenheim) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen). Aus dem WM-Aufgebot hatten zuvor lediglich Mesut Özil und Mario Gomez ihren Rücktritt erklärt. Dazu sind derzeit der dritte Torhüter Kevin Trapp sowie der derzeit verletzte Marvin Plattenhardt und der Neu-Schalker Sebastian Rudy außen vor.

Schneider übernimmt Scouting-Abteilung

Der Trainerstab der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird zukünftig neben Löw nur noch aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. Schneider soll zukünftig die Scouting-Abteilung des DFB leiten. Auch der erweiterte Betreuerstab wird zukünftig deutlich kleiner sein. Im Vergleich zum WM-Aufgebot werden demnach elf, im Vergleich zu normalen Länderspielen sieben Personen weniger im Einsatz sein, wie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff am Mittwoch in München erklärte.

Keine Ausgewogenheit zwischen Offensive und Defensive

Löw räumte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Vorrunden-K.o. in Kasan eigene Fehleinschätzungen ein. "Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst", sagte der Bundestrainer. "Es war fast schon arrogant. Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen, so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive."

DFB-Team zu selbstgefällig aufgetreten

Bierhoff sieht das Fehlen der richtigen Einstellung als einen Hauptgrund für das historische Scheitern in Russland. Erstmals bei einer WM war ein DFB-Team schon in der Vorrunde gescheitert. "Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte Bierhoff. Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei.

Özil für Löw nicht erreichbar

Die Sportliche Leitung der Nationalmannschaft habe vor und während der Fußball-WM in Russland das Thema Mesut Özil "absolut unterschätzt", räumte Löw ein. "Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten. Mein einziger wichtiger Gedanke war, uns richtig auf die WM vorzubereiten", sagte der 58-Jährige zu den Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Er habe mehrfach versucht, Özil zu erreichen, sagte Löw. "Es ist mir nicht gelungen, ihn ans Telefon zu bekommen." Das müsse er nun akzeptieren. "Dieses Thema hat Kraft gekostet, dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war", ergänzte Löw. Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus in Russland gewesen.

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