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Reaktionen aus der CDU
08.12.2018 - 08:48 Uhr
Baden-Baden/Hamburg (dg/nof/fk/tt/for/bjhw) - Die CDU hat Annegret Kramp-Karrenbauer zu ihrer neuen Bundesvorsitzenden und Nachfolgerin von Angela Merkel gekürt. Nach einer emotionalen Rede setzte sich die Saarländerin am Freitag beim Bundesparteitag in Hamburg in einer Stichwahl knapp gegen den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz durch. Das BT hat Reaktionen von CDU-Mitgliedern aus der Region eingesammelt.

Der ehemalige mittelbadische Bundestagsabgeordnete Peter Götz (Foto: av), der als Delegierter und als Bundesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung und somit Mitglied des CDU-Bundesvorstands auch etliche Jahre auf dem Podium bei Bundesparteitagen der CDU saß, hat natürlich auch diesen Parteitag mit Interesse verfolgt - diesmal allerdings aus der Ferne. "Es ist ein sehr knappes Ergebnis", kommentierte er gestern den Wahlausgang. Und mit dem Ergebnis könne die CDU und auch er selbst gut leben. "Es zeichnet sich ab, dass es positiv weitergeht für die CDU." Der Wahlkampf habe der Union gutgetan - auch im Hinblick auf das bevorstehende Wahljahr, glaubt Götz. Wen er selbst gewählt hätte, dieses Geheimnis wollte er im BT-Gespräch nicht lüften: "Ich hätte mit allen drei Kandidaten leben können: Friedrich Merz kenne ich schon seit mehr als 20 Jahren, Annegret Kramp-Karrenbauer kenne ich zwar nicht ganz so gut, aber auch sie hat sich gut positioniert. Und bei Jens Spahn bin ich sicher, dass seine Zeit noch kommen wird."

CDU-Landtagsabgeordnete Sylvia Felder (Foto: pr), die aufgrund eines privaten Termins nicht als Delegierte nach Hamburg hatte reisen können und von Dr. Alexander Becker aus Ötigheim vertreten wurde, freut sich, "dass wir nun eine Entscheidung haben und das Thema Wahlkampf vorüber ist." Sie erwarte nun von allen, "auch jenen, die für die anderen Kandidaten gestimmt haben", wieder ein "gemeinsames Arbeiten für die CDU". Vor allem das "Gemeinsame" sei nun wichtig. Die neue Parteivorsitzende "hat unser aller Unterstützung verdient". Es gelte nun "das Wohl der CDU im Auge zu behalten".

Baden-B adens Oberbürgermeisterin Margret Mergen (Foto: pr) zeigte sich gestern Abend sehr zufrieden mit der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden. Sie sei die geeignete Kandidatin, um die CDU auf eine neue, glaubwürdige Position zu bringen, um den Entwicklungen sowohl am rechten als auch linken Rand entgegenzuwirken. Mergen wertete es im BT-Gespräch deshalb als entscheidend, dass "AKK" nun das Parteiprogramm perspektivisch auf einen neuen Stand bringe, bei dem die Frage im Mittelpunkt stehe, was die Menschen bewege. "Dazu gehören Punkte wie der innere Zusammenhalt, soziale Themen, aber natürlich auch die Flüchtlingsintegration und nicht zu vergessen wirtschaftspolitische Themen", so Mergen. Beim letzten Feld hofft sie auch auf die weitere Mitarbeit des Wirtschaftsfachmannes Friedrich Merz, der in der CDU ohnehin ein starkes Gewicht habe, was das knappe Abstimmungsergebnis zeige.

Toni Huber (Foto: pr), Bürgermeister von Weisenbach und CDU-Fraktionschef im Kreistag, glaubt, dass das knappe Ergebnis die Stimmung in der Partei gut widerspiegele. "Meine Wunschkandidatin war es nicht, ich hätte mir Friedrich Merz gewünscht", sagt Huber. Die Hauptsache aber sei, dass die CDU drei gute Kandidaten gehabt habe. Nun hoffe er, dass Annegret Kramp-Karrenbauer auf die unterlegenen Mitbewerber Merz und Jens Spahn zugehe, um sie in die zukünftige Parteiarbeit einzubinden. Wichtig sei nun zudem, "dass es kein Weiter so, sondern einen Aufbruch gibt, dass die Aufbruchstimmung in der Partei anhält". Außerdem wünscht sich Huber, dass die CDU die Debattenkultur, die in den zurückliegenden Wochen geherrscht habe, auch in Zukunft erhalte.

Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (Foto: pr) ist über das knappe Ergebnis wenig überrascht: "Wir hatten eine super Auswahl. Alle drei Kandidaten haben eine gute Figur abgegeben. Es hat sich allerdings schon früh abgezeichnet, dass es zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz ziemlich eng werden könnte", sagt er. Dass sich "AKK" schließlich durchgesetzt hat, stimmt den OB positiv: "Sie hat es verdient, zu zeigen, dass sie keine Merkel-Kopie ist. Kramp-Karrenbauer ist eine eigene Persönlichkeit, die zeigt, für was sie steht." Nun sei es wichtig, dass sich die CDU geschlossen hinter ihre neue Parteivorsitzende stelle. Pütsch ist zuversichtlich: "Man ist während des gesamten Wahlkampfs sauber miteinander umgegangen."

Landes-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut wünscht "AKK" viel Erfolg im neuen Amt und verspricht ihr tatkräftige Unterstützung aus Baden-Württemberg. "Ich denke, sie verkörpert Kontinuität, wird aber auch neue Akzente setzen. Denn die Menschen erwarten von der CDU ein klares Profil und Orientierung, überzeugende Zukunftskonzepte und den Mut, auch unbequeme Debatten anzustoßen und zu führen."

Inge Gräßle, Landeschefin der Frauen-Union, gratuliert Annegret Kramp-Karrenbauer zum Vorsitz der CDU: "Sie war die stärkere Kandidatin, hatte wichtige Zukunftsvorstellungen entworfen und bereits viel Einsatz für die Partei gezeigt. Sie hat die breitere Erfahrung und stets den richtigen Ton getroffen." "AKK" baue Brücken und führe zusammen.

Der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf erklärte: "Annegret Kramp-Karrenbauer hat heute eine sehr gute Rede gehalten. Wer sich in einem solch intensiven und engen Rennen durchsetzt, ist am Ende eine verdiente Siegerin. Sie hat nun die wichtige Aufgabe, die zahlreichen Parteimitglieder, die Friedrich Merz unterstützt haben, zu überzeugen, den Schwung des Parteitags mitzunehmen und eine Parteichefin für alle zu sein. Jens Spahn hat einen echten Achtungserfolg erzielt und ist einer für die Zukunft."

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