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Auf Bahnhöfen besteht Umbaubedarf
Auf Bahnhöfen besteht Umbaubedarf
11.01.2019 - 09:52 Uhr
Berlin (dpa) - Auf großen Umsteigebahnhöfen in Deutschland muss es nach Einschätzung der Verkehrsverbünde künftig mehr Platz geben. Sonst werde es angesichts von immer mehr Fahrgästen dort zu eng, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dachverbands der Träger des regionalen Bahnverkehrs (BAG-SPNV), Frank Zerban.

Spätestens wenn der geplante "Deutschlandtakt" komme, bräuchten die Fahrgäste kurze und ausreichend dimensionierte Wege fürs schnelle Umsteigen.

Die Deutsche Bahn räumt Umbaubedarf ein. Man habe die Kapazitäten der Bahnhöfe aber schon länger im Blick, sagte ein Konzernsprecher. An hoch belasteten Bahnhöfen sollten nach Ansicht Zerbans "als kurzfristige Maßnahmen Kioske und Automaten auf Bahnsteigen entfernt werden, die das Ein-, Aus- und Umsteigen behindern. Denn schon heute sind viele Bahnsteige eher zu schmal für die Menge an Fahrgästen." Außerdem: "Fahrgast-Informationen sollten nicht direkt am Ende von Treppen oder Rolltreppen installiert werden, weil sie sonst die Reisenden dort stauen."

Weit mehr Fahrgäste und enge Fahrplantaktung

Der Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des Schienenpersonen-Nahverkehrs erinnerte daran, dass die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag bis zum Jahr 2030 doppelt so viele Bahnfahrgäste anstrebt wie zuletzt. Bereits von 2002 bis 2016 sei die Fahrgastzahl im Schienenpersonen-Nahverkehr um 46 Prozent gestiegen. "Das ist ein Durchschnittswert. In den Ballungszentren war der Zuwachs noch größer", betonte Zerban.

Eine weitere Herausforderung ist der geplante "Deutschlandtakt". Dabei sollen Züge an wichtigen Umsteigestationen gleichzeitig eintreffen und kurz darauf wieder abfahren. Lange Umsteigezeiten soll es dann nicht mehr geben. Als Zielmarke für die engere Verzahnung von Nah- und Fernverkehr hat die Bundesregierung das Jahr 2030 genannt.

Bahn: Drei Wege aus der Problematik

Die Bahn sieht drei Wege, um die Stationen für mehr Fahrgäste zu rüsten. Bei Neubauten wie den Hauptbahnhöfen in Berlin und Stuttgart könne man größere Reisendenzahlen bereits einplanen, sagte der Sprecher. Gehe es um historische Gebäude wie den Hamburger Hauptbahnhof, versuche man erst einmal, Freiräume für mehr Laufwege zu schaffen. Anbauten seien oft schwierig zu verwirklichen, weil die Grundstücke ringsum meistens nicht der Bahn gehörten.

Als dritten Aspekt nannte der Sprecher eine Koordination der ein- und ausfahrenden Züge, so dass nicht gleichzeitig aus zwei Zügen Passagiere aussteigen. Der "Deutschlandtakt" könne, wenn dann insgesamt mehr Züge unterwegs seien, zu einer besseren Verteilung der Fahrgastströme und geringen Spitzenbelastung der Bahnhöfe führen.

Foto: dpa

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