https://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Anschlag: Mindestens 40 Tote
15.03.2019 - 10:20 Uhr

Christchurch (dpa) - Bei einem mutmaßlichen Terror-Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Das sagte der zuständige Polizei-Chef Mike Bush am Freitag in der Hauptstadt Wellington.
Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern mehrere Dutzend muslimische Gläubige verletzt. Die Gesundheitsbehörden teilten mit, 48 Menschen mit Schusswunden würden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem "terroristischen Angriff".

Bush sagte, es seien vier Menschen festgenommen worden, wobei einer davon vermutlich nicht mit dem Angriff in Verbindung stehe. Einem anderen Verdächtigen, der Ende 20 sei, werde Mord vorgeworfen. Er soll bereits an diesem Samstag einem Richter vorgeführt werden. Bei den übrigen zwei Verdächtigen müsse noch genau geklärt werden, was sie mit dem Vorfall zu tun hätten. Sie seien im Besitz von Schusswaffen gewesen.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Sorge vor weiteren Angriffen riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. An die Bevölkerung - insbesondere an Muslime - appellierte sie, zuhause zu bleiben: "Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen."

Täter trug Helm und schusssichere Weste

Chef-Ermittler Bush betonte, die Polizei habe im Vorfeld der Tat keine Fehler gemacht. Ardern hatte zuvor gesagt, die Verdächtigen hätten auf keiner Gefährderliste gestanden. Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigte, dass einer der Verdächtigen Australier ist. Er sprach von einem "rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen". Im Internet kursierte ein Video der Tat, das von dem 28-Jährigen stammt. Offenbar trug er dabei eine Helmkamera.

Nach Augenzeugenberichten begann der Angriff gegen 13.45 Uhr (1.45 Uhr MEZ). Ein bewaffneter Mann drang in eine Moschee in der Innenstadt ein, wo sich zur Mittagsstunde mehr als 300 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten, und schoss mit einer Schnellfeuerwaffe um sich. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse.
Einer der überlebenden Gläubigen, Mohan Ibrahim, berichtete der Zeitung "New Zealand Herald" von einem "Schockmoment". "Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen." Ein anderer Zeuge, Ahmad Al-Mahmoud, sagte: "Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein."

Nur wenige Muslime in Neuseeland

Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab.Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere bewaffnete Beamte einen Mann aus einem weißen Auto ziehen, das zuvor offensichtlich gerammt wurde. Nach Angaben von Bush wurden an mehreren Autos Sprengsätze entdeckt. In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50 000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum. Die Stadt Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Bürgermeisterin Lianne Dalziel sagte: "Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann."

Fotos: dpa

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Karlsruhe
Rheinbrücke wird vermessen

21.02.2019
Rheinbrücke wird vermessen
Karlsruhe (win) - Die Rheinbrücke zwischen Maxau und Wörth wird saniert - und vermessen. Das ist nötig, um die 65 Millimeter hohe Stahlbetonschicht exakt auf der Stahlplatte aufbringen zu können. BT-Mitarbeiter Winfried Heck hat sich auf der Baustelle umgesehen (Foto: win). »-Mehr
Karlsruhe
Einsatz gegen Terrorverdächtige auch in Forst

30.01.2019
Wohnungsdurchsuchung in Forst
Karlsruhe (lsw) - Im Zusammenhang mit der Festnahme von drei Terrorverdächtigen in Schleswig-Holstein (Foto: dpa) ist auch eine Wohnung im Kreis Karlsruhe durchsucht worden. Die als Flüchtlinge anerkannten Männer hatten laut BKA die Absicht, "möglichst viele Menschen zu töten". »-Mehr
Straßburg
Fünf neue Festnahmen nach Straßburger Terroranschlag

29.01.2019
Terroranschlag: Fünf Festnahmen
Straßburg (dpa) - Nach dem Terroranschlag in Straßburg sind weitere fünf Personen im Zusammenhang mit dem Fall festgenommen worden. Die Festgenommenen werden verdächtigt, eine Rolle bei der Beschaffung der Waffe des mutmaßlichen Attentäters gespielt zu haben (Foto: dpa). »-Mehr
Kuppenheim
Viele Ideen für mehr Sicherheit der Radfahrer

24.01.2019
Viele Ideen für mehr Sicherheit
Kuppenheim (sawe) - Die 2018 gegründete "Initiative für ein fahrradfreundliches Kuppenheim" hat viele Ideen zusammengetragen und sich nun erstmals darüber mit Bürgermeister Karsten Mußler ausgetauscht. Das Gespräch wurde von allen als "konstruktiv" bezeic hnet (Foto: sawe). »-Mehr
Stuttgart
34 gefährliche Mehrfachtäter abgeschoben

04.01.2019
Vier Gefährder abgeschoben
Stuttgart (lsw/bjhw) - Mithilfe eines Sonderstabs im Innenministerium sind 34 Ausländer aus dem Südwesten abgeschoben worden, die als gefährlich gelten. Darunter seien vier Gefährder gewesen, teilte das Ministerium am Donnerstag in Stuttgart mit (Symbolfoto: dpa). »-Mehr
Umfrage

Mit einem 3:2 ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet. Glauben Sie, dass das verjüngte Team dauerhaft in die Erfolgsspur zurückfindet?

Ja.
Nein.
Weiß nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz