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Polizei geht gegen Autoposer vor
Polizei geht gegen Autoposer vor
17.04.2019 - 07:18 Uhr
Singen (lsw) - Mit steigenden Temperaturen beginnt auch wieder die Saison der Tuning- und PS-Fans - seit einigen Jahren beschäftigen sogenannte Autoposer die Polizei in manchen Städten Baden-Württembergs. Mit PS-starken beziehungsweise manipulierten Wagen treiben sie zum Beispiel in der Mannheimer Innenstadt ihr Unwesen, wie der Leiter der Verkehrspolizeidirektion, Dieter Schäfer, erklärte.

"Anhalten, Gas geben, Motoren aufheulen lassen - hier haben Poser die perfekte Bühne für ihre Kunststückchen." Denn die Terrassen der Cafés reichten direkt bis an den Straßenrand. Beginnend mit der ersten Schönwetterperiode würden sich Beamte daher wieder auf die Lauer legen - vor allem an Sommerabenden am Wochenende.

Singen droht mit Abschlepphaken

Die Stadt Singen (Kreis Konstanz) geht zu Ostern weiter gegen Treffen der Tuning-Szene vor: Von Gründonnerstag bis Ostermontag seien im gesamten Stadtgebiet Ansammlungen von mehr als fünf getunten Fahrzeugen verboten, sagte ein Sprecher. Wer gegen die Verfügung verstoße, müsse mit einem Zwangsgeld von 150 Euro rechnen - und wenn das Treffen nicht innerhalb von 20 Minuten beendet werde, würden die Fahrzeuge abgeschleppt und beschlagnahmt.

Rückgabe frühestens am Dienstag

Wieder herausgegeben würden die Autos frühestens ab Dienstag nach Ostern, teilte die Stadt mit. "Voraussetzung für die Herausgabe ist aber, dass das Auto in technischer Hinsicht am Straßenverkehr teilnehmen darf. Wer also Tuningteile ohne gültige Zulassung angebracht hat, der wird schlechte Karten haben, sein Auto auf den eigenen vier Rädern wieder nach Hause fahren zu dürfen."

Ermittlungsgruppe gegründet

"Autoposer" werden zumeist junge Männer genannt, die ihre Wagen immer wieder laut aufheulen lassen. "Ihnen geht es um eines: Auffallen, Auffallen. Auffallen", fasst es Dieter Schäfer von der Mannheimer Verkehrspolizei zusammen. Dort wurde 2016 die Ermittlungsgruppe "Poser" gegründet - nach massiven Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigungen. Im vergangenen Jahr bestand sie aus fünf Beamten. Die Zahl werde ungefähr gleich bleiben, kündigte die Verkehrspolizei an.

Poser nicht gleich Raser

Poser und Tuning-Fans sind nicht mit Rasern gleichzusetzen. Es gebe zwar eine Schnittmenge, so Schäfer. Nur in einzelnen Fällen fielen die Poser in Mannheim aber durch Rasen oder illegale Autorennen auf. Auch in Stuttgart gebe es keine ausgeprägte Raserszene, teilte die Polizei mit. Posen ist laut Innenministerium ebenso wie Rasen kein flächendeckendes Problem in Baden-Württemberg.

Foto: dpa

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