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Intensivpflege zuhause gefragt
Intensivpflege zuhause gefragt
15.05.2019 - 07:39 Uhr
Karlsruhe (lsw) - Der Bedarf an ambulanten Pflegediensten, die Intensivpflege anbieten, wächst bundesweit und auch im Südwesten. Die Branche verzeichne Wachstumsraten zwischen zehn und 15 Prozent jährlich, sagte der Geschäftsführer des Ambulanten Intensivpflegeverbands Deutschland (IPV), Stephan Kroneder. Einheitliche Qualitätsstandards fehlten jedoch.

Der Markt sei in den vergangenen fünf Jahren regelrecht explodiert, berichtete auch Sven Kübler vom Competenz Netzwerk Außerklinische Intensivversorgung (CNI) vor der am Donnerstag beginnenden Pflege- und Inklusionsmesse Rehab in Karlsruhe.

"Brauchen eine eigene Zulassung"

Dort wollen die Experten für eine Professionalisierung in diesem Segment werben. Sie fordern vor allem eine einheitliche gesetzliche Regelung für die Zulassung. "Wir brauchen eine eigene Zulassung, die auch die Qualitätsstandards festlegt", sagte Kübler. "Der Markt ist zu ungeregelt, führt zu Wildwuchs und bringt gute Intensivpflegedienste in Verruf."

Personalnot größer als in der Pflege allgemein

Die Personalnot bei der ambulanten Intensivpflege sei "aufgrund der speziellen Anforderungen an die Fachkräfte deutlich größer, als in der Pflege allgemein", betonte der Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Tews. "Wir werden älter und kränker und die Zahl der intensiv- und pflegebedürftigen Menschen wächst schneller, als potenzielle Fachkräfte geboren werden."

Verhandlungen mit den Kassen

Einheitliche, für alle Kassenarten verbindliche Standards für ambulante Intensivpflegedienste gebe es bisher nicht, monierten Tews wie auch der Verband IPV. Letzterer verhandelt dazu nach eigenen Angaben gerade mit acht Kassen. Der bpa hat zumindest mit den Ersatzkassen einen bundeseinheitlichen Vertrag ausgehandelt.

Der Verband schätzt die Zahl der auf Intensivpflege spezialisierten Pflegedienste auf bundesweit etwa 650; der IPV spricht von rund 800. Beziehe man jene mit ein, die einzelne Intensivpatienten versorgten, dürften es zwischen 1.000 und 1.400 sein. Die Zahl der "normalen" Pflegedienste bewegt sich unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 11.000 und 15.000.

Symbolfoto: Jana Bauch/dpa/Archivfoto

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