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Die katholische Frauenfrage
Die katholische Frauenfrage
23.07.2019 - 23:00 Uhr
Baden-Baden (kli) - Als die Journalistin Christiane Florin vor zwei Jahren ihr Buch über den "Weiberaufstand" in der katholischen Kirche veröffentlichte, konnte sie noch nicht absehen, dass das Thema 2019 neu virulent werden würde. Warum hat die Frage nach der Rolle von Frauen in der katholischen Kirche neue Brisanz erhalten? Ein Überblick:

Wieso kommt das Thema neu auf die Tagesordnung? Dass die Kirche Frauen als Priester zulassen soll, ist keine neue Forderung, sondern steht bereits seit Jahrzehnten auf der Agenda von engagierten Katholikinnen. Auch andere Reformvorhaben wie die Abschaffung des Pflichtzölibats werden in der katholischen Kirche seit langem kontrovers diskutiert. Die Frauenfrage erhielt neuen Schwung durch die Protestbewegung Maria 2.0 und den Frauenstreik, die vom Bistum Münster aus initiiert und von dort aus in die Republik getragen wurden. So spielten Forderungen von Frauen auch bei der Weihe von Priestern, Diakonen und jüngst des Freiburger Weihbischofs Christian Würtz eine Rolle.

Wie ist die offizielle Position des Vatikans? Ablehnend. Papst Johannes Paul II. hat im apostolischen Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" (OS, lateinisch für die Priesterweihe) 1994 geschrieben: "Die Priesterweihe (...) war in der katholischen Kirche von Anfang an ausschließlich Männern vorbehalten. An dieser Tradition haben auch die Ostkirchen getreu festgehalten." Weiter schreibt er, "dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben." Auf OS und das endgültige Nein berufen sich seitdem auch Papst Franziskus und die deutschen Bischöfe. Freiburgs Erzbischof Stephan Burger etwa sagte Mitte Mai im Gespräch mit den Aktivistinnen von Maria 2.0: "Die lehramtlichen Aussagen hinsichtlich der Zulassung zu den Ämtern sind bislang von römischer Seite sehr eindeutig ausgefallen. Ich werde diese Spannung heute nicht lösen können. Ich werde diese Spannung (...) aushalten müssen."

Was sagen Frauenverbände in der Region zu der Frage? Doris Seiberling vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) sowie Monika Kreis von der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) unterstützen im Prinzip die Anliegen von Maria 2.0. Gegenüber dem BT nehmen sie Stellung. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Begabungen und Fähigkeiten von Frauen so wenig wertgeschätzt werden, sagt Seiberlin. Die Kirche werde sich nicht über Nacht ändern - auf lange Sicht aber schon, ist Kreis überzeugt.

Foto: Bodo Schackow/dpa

Hinweis: In der Mittwochsausgabe des BT wird die katholische Frauenfrage auf einer Seite "Themen der Zeit" ausführlich beleuchtet.

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