Mannschaftsspruch klingt wie von einem Anfänger

Mannschaftsspruch klingt wie von einem Anfänger

Dortmund (KNA) - Der Deutsche Fußballbund (DFB) ist einer der Favoriten für den Titel "Sprachpanscher 2018". In diesem Jahr führten der Fußballbund und die Firma Lidl die Kandidatenliste auf dem fünf Einträge umfassenden Wahlzettel an, teilte der Verein Deutsche Sprache am Dienstag in Dortmund mit.

Der DFB schicke die deutsche Nationalmannschaft mit dem Spruch "Best neVer rest" nach Russland. Das klinge, so die Sprachfreunde, "wie die ungelenke Formulierung eines russischen Englischschülers im ersten Lernjahr". Und sei auch noch trainingspsychologisch falsch. "Denn dass sich die Besten niemals ausruhen sollen, entspricht kaum den Erkenntnissen der modernen Trainingssteuerung", so der Verein.

"Peinliches Angeberdenglisch"

Auch die Einzelhandelkette Lidl werden gute Chance eingeräumt: Lidl werbe in seinen französischen, italienischen oder portugiesischen Filialen jeweils in der Landessprache. In den deutschen Filialen heiße es jedoch auf Englisch: "Mum's fashion", "color is beautiful" oder "you've got the power". Nach Ansicht der Sprachfreunde handelt es sich um "peinliches Angeberdenglisch kistenweise".

Auch C&A gilt als Anwärter

Weitere Kandidaten auf den Titel des Sprachpanschers sind der Textilverkäufer C&A ("Hello sunshine/hello smile"), die Landeszentrale für politische Bildung Niedersachsen, die ihre Projekte fremdsprachlich benenne ("Let's play Germany") sowie die Siemens AG, deren Leitspruch "Ingenuity for Life" wohl auf den Erfindergeist von Werner von Siemens anspielen solle.

Zu den bisherigen Sprachpanschern des Jahres zählen die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Klaus Wowereit ("Be Berlin") und Ursula von der Leyen, Postchef Klaus Zumwinkel, Telekom-Chef Rene Obermann und Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer, der den Reigen der Sprachpanscher im Jahr 1998 eröffnet hatte. Auch der Duden wurde schon gewählt. Im vergangenen Jahr war die Evangelische Kirche Deutschlands ausgewählt worden, die das Erbe ihres Gründers mit "godspots" und "seltsamen Genderisierungen alter deutscher Liedertexte verunglimpft" habe.

Foto: dpa

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