Pompeo: Wollen keinen Krieg

Pompeo: Wollen keinen Krieg

Sotschi (dpa) - Die Außenminister Russlands und der USA haben sich bei ihrem Treffen für eine nicht-militärische Lösung im Machtkampf in Venezuela und im Iran ausgesprochen. US-Außenminister Mike Pompeo sagte bei seinem ersten Russland-Besuch in Sotschi gestern, dass sein Land keinen Krieg gegen den Iran wolle. Zugleich forderte er Russland auf, die Unterstützung für Venezuelas Präsidenten Nicolas Maduro aufzugeben.



Sie kündigten an, im Auftrag ihrer beiden Staatschefs an einer Verbesserung ihrer Beziehungen zu arbeiten.

Russlands Präsident Wladimir Putin, der Pompeo auch in Sotschi empfing, könnte sich Ende Juni mit US-Präsident Donald Trump beim G-20-Gipfel in Japan treffen. Lawrow zeigte sich offen für ein bilaterales Gespräch der beiden. "Wenn ein solcher Vorschlag eingeht, werden wir natürlich positiv darauf reagieren", sagte er.

Über den Machtkampf in Venezuela sagte Pompeo: "Wir hoffen, dass die russische Unterstützung für Maduro endet". Es sei an der Zeit, dass Maduro seinen Posten räume, denn er habe den Menschen in dem südamerikanischen Land nichts als Leid gebracht. Es müsse freie und faire Wahlen in Venezuela ohne Einmischung von außen geben, fügte der Minister hinzu.

Lawrow betonte hingegen, der Ausweg aus der Krise könne nur ein innenpolitischer Dialog sein. Eine Intervention durch die USA habe nichts mit demokratischem Recht zu tun, sagte er.

Pompeo betonte nach dem dreistündigen Gespräch, dass beide Länder trotz der Uneinigkeiten weiter miteinander sprechen werden. Lawrow betonte, dass er weiterhin auf konstruktive Gespräche hoffe. "Dieses Misstrauen, das wir haben, behindert sowohl Ihre als auch unsere Sicherheit", sagte er zu seinem US-Kollegen. "Wir müssen auf allen Ebenen unseres Dialogs wieder Vertrauen aufbauen."

Das auf der Kippe stehende Atomabkommen des Westens mit dem Iran war ebenfalls Thema des Treffens. Die USA hätten kein Interesse an einem Krieg mit dem Iran, sagte Pompeo. "Wir wollen, dass sich der Iran wie ein normales Land verhält", sagte er. Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren. Russland kritisiert, dass die USA das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt haben und will das Abkommen, wie Lawrow sagte, mit Unterstützung der EU und Chinas erhalten. Dabei gehe es auch darum, Sanktionsdruck auf den Iran zu vermeiden.

Foto: Pavel Golovkin/dpa

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