THW-Betreuer missbraucht Kinder

THW-Betreuer missbraucht Kinder

Baden-Baden (hol) - Ein 20-jähriger Mann aus der Region soll in seiner Eigenschaft als ehrenamtlicher Jugendbetreuer beim Technischen Hilfswerk (THW) in Baden-Baden Kinder sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt seit Dezember gegen den Beschuldigten, der weitgehend geständig sei, wie es von der Ermittlungsbehörde heißt. Den Fall hatten das Badische Tagblatt und das Magazin Stern am Dienstagabend öffentlich gemacht. Der gestrige ausführliche Bericht im BT hat dann auch bundesweit ein großes Medienecho hervorgerufen.

Bislang sind elf Fälle aus dem Jahr 2018 aktenkundig. Dabei sind nach BT-Informationen die zwischen fünf und zwölf Jahre alten Opfer von dem Beschuldigten während der THW-Gruppenstunden auf dem vom Verein gepachteten Areal im Wörthböschel in Oos jeweils in einem Keller oder einer Garage zu Boden geworfen und dann zu sexuellen Handlungen gezwungen worden.

Beschuldigter aus THW ausgeschlossen

Ein Vater von zwei betroffenen Buben hat am Dienstag das BT über den Fall informiert. Die Vorgänge sind dem THW seit Dezember 2018 bekannt. Vom Ortsverband gab es gestern keine Stellungnahme. Beim Landesverband zeigte man sich betroffen und sicherte den Ermittlungsbehörden jedwede Zusammenarbeit zu. Der Beschuldigte sei mittlerweile suspendiert und aus dem THW ausgeschlossen worden, hieß es.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Ein Psychologe ist derzeit damit beschäftigt, die Schuldfähigkeit des 20-Jährigen zu überprüfen. Dafür hat der Gutachter alle Akten im Original ausgehändigt bekommen. Deshalb konnte die Staatsanwaltschaft zu den im BT veröffentlichten Details der Vorwürfe noch keine Stellung nehmen. Ob und wann es eine Anklage gibt, sei noch nicht absehbar, hieß es.

Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

zurück